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Mein Vater ist Arzt und ein echter Familienmensch.
Meine Mutter engagiert sich bei allen möglichen Gelegenheiten karitativ.
Sie beide sind gute, saubere, gesetzestreue Amerikaner.
Sie halten das Banner der Freiheit hoch und sind selbstverständlich für den Krieg.
Für mein Glück wurde gesorgt, indem sie mit ihrem Geld die Sommer in Freizeitcamps und die Winter in der Stadt finanzierten.
Meine Zukunft innerhalb dieses Systems war beschlossene Sache –
aber ich habe sie für die Musik und die Free Electric Band aufgegeben.
Ich ging in handgewaschenen Hemden und mit akkurat gescheitelter Pomadenfrisur zur Schule – einem großen, hellen, luftigen Neubau.
Die Lehrer vermittelten uns Werte, die wir verinnerlichen sollten,
und sie kniffen die Faulenzer in die Ohren, sobald sie einzunicken drohten.
Schließlich organisierte mein Vater für mich einen College-Platz an der Ostküste.
Aber ich ging nach Kalifornien, wegen der Sonne und dem Strand.
Meine Eltern und meine Dozenten konnten einfach nicht verstehen, weshalb ich all das aufgab – für die Musik und die Free Electric Band.
Sie setzten sich zusammen und stellten Spekulationen über die Karriere ihres Sohnes an: Arzt, Rechtsanwalt, Ingenieur?
Ach Leute, gebt mir einfach Brot, Wasser und eine Gitarre: alles, was ich brauche, ist Musik und die Free Electric Band!
Mein Vater schickte mir Geld, und ich gab es ruckzuck für ein Mädchen aus, dass ich in einem Soziologie-Seminar in Berkley kennen gelernt hatte.
Wir lernten eine Menge über ihren Körper, aber von ihrer Psyche erfuhren wir nichts – bis tief verwurzelte Grundeinstellungen und Moralvorstellungen zum Vorschein kamen.
Sie wollte geheiratet werden, auch wenn sie es selbst nicht offen aussprach. Aber ich kannte sie gut genug, um zu merken, dass sie sich am liebsten auf einem kleinen Grundstück am Stadtrand niedergelassen hätte.
Und so gab ich sie auf für die Musik und die Free Electric Band...
Letzte Änderung am: 11.08.2005, 18.31 Uhr