Seite vorlesen:

Singlecover: Peter Gabriel - "Solsbury Hill"
Nachdem ich den Hügel von Solsbury hochgeklettert war,
konnte ich die Lichter der Stadt Bath sehen.
Dort oben blies ein kräftiger Wind und die Zeit stand still.
Da kam aus der Dunkelheit ein Adler angeflogen, eine imposante Erscheinung.
Als er näher kam, hörte ich eine Stimme.
Meine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt,
aber ich musste ihm zuhören, es ging gar nicht anders.
Ich glaubte nicht, was ich sah und hörte,
musste mich vielmehr auf meine Vorstellungskraft verlassen.
Mein Herz schlug wie wild.
„Mein Sohn“, sagte er, „pack deine Sachen! Ich bin gekommen, um dich nach Hause zu holen.“
Um keinen Wirbel zu machen, ließ ich es erst mal dabei bewenden.
Meine Freunde dachten damals, ich wäre übergeschnappt,
maße mir an, Wasser in Wein zu verwandeln.
Aber all diese scheinbar offenen Türen würden ruckzuck wieder zu sein!
So lebte ich dann noch einige Zeit im vorgegebenen Gleis vor mich hin,
bis ich mir darüber im Klaren war, was ich zu sagen hatte, und welche Verbindung ich abbrechen würde.
Ich fühlte mich nur noch als willenloser Statist in einer eingespielten Maschinerie und stieg einfach aus.
Wieder schlug mein Herz wie wild.
„Pack deine Sachen“, hatte er gesagt, „ich hole dich nach Hause...“
Solange die Illusion ihre Netze spinnt,
komme ich nie dorthin, wo ich eigentlich hin will.
Und während ich mir einbilde, frei zu sein,
dreht die Freiheit höchstpersönlich fröhliche Pirouetten vor meiner Nase.
Gesichtslose Silhouetten starren mich aus leeren Augen an –
einfach keine Kinderstube, die Herrschaften!
Aber jetzt zeig ich denen mein wahres Ich, nicht mein Double.
Ich sag ihnen, was es mit meinem Lächeln auf sich hat.
Wieder mal schlug mein Herz wie wild.
„Hey Leute“, sagte ich, „ihr könnt meinen Kram behalten! Sie sind gekommen, um mich nach Hause zu holen.“
Letzte Änderung am: 20.08.2007, 15.56 Uhr