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Ein Narr, der folgende Erzählung nicht versteht.
Es ist die Legende von einer Zigeunerin,
die eine ganze Nacht lang den Mond beschworen hatte.
Bis zum Morgengrauen flehte sie ihn weinend an,
er möge ihr einen Zigeuner zur Vermählung schicken.
Aus den Weiten des Himmels ertönte die Stimme des Vollmonds:
„Du wirst einen dunkelhäutigen Mann bekommen.
Als Gegenleistung gehört mir aber der erste Sohn, den du ihm zur Welt bringst.“
Wer als Mutter den ungeborenen Sohn opfert,
um nicht allein zu sein,
wird das Kind wenig geliebt haben.
Mond, du möchtest Mutter werden,
aber du findest keinen Liebhaber,
der dich zur Frau nimmt.
Sag mir, silberner Mond,
was willst du mit einem Kind aus Fleisch und Blut anstellen?
So wurde dem dunkelhäutigen Mann ein Kind geboren,
aber es war weiß, so weiß wie frisch gefallener Schnee.
Es hatte graue statt olivgrüner Augen.
Es war das Albino-Kind des Mondes!
Der Vater war außer sich:
„Verdammt sei dieses Kind, dieser Junge ist ein Bastard.
Ich lasse mich nicht zum Narren halten!“
Im Glauben entehrt worden zu sein,
ging der Zigeuner mit einem Messer in der Hand auf seine Frau los.
„Von wem ist dieser Sohn? Du hast mich schamlos betrogen.“
In seiner Wut stach er auf sie ein und verletzte sie tödlich.
Danach begab er sich mit dem Kind in seinen Armen auf einen Berg.
Dort setzte er es aus.
Wenn in den Nächten der Vollmond scheint,
so geht es dem Kind wahrscheinlich gut.
Denn weint das Kind,
so schrumpft der Mond zur Sichel,
um dem Kind eine Wiege zu sein.
Sabine Weber
Letzte Änderung am: 24.04.2007, 12.36 Uhr