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Alles ist anders Roger Cicero

Neue Produzenten, neue Texter und neue Komponisten, nur der Charme von Roger Cicero ist immer noch der Alte! Zu Besuch bei SWR1 hat er mit Thomas Tscheschner über musikalische Vorlieben und sein neustes Album "In diesem Moment" gesprochen.

Roger Cicero mit SWR1-Musikredakteur Thomas Tscheschner

Roger Cicero mit SWR1-Musikredakteur Thomas Tscheschner

Warst Du eher ein Fan der Beatles oder der Stones?

Roger Cicero: Ich bin ganz klar ein Beatles-Fan. Es war für mich ein ganz besonderer Moment, als ich jetzt in New York war und für die erste Single „In diesem Moment“ das Video gedreht habe. Ich war vorher noch nie da, ein großer Augenblick also.

Ich bin natürlich auch zu dem Haus gefahren, wo John Lennon damals gewohnt hat und wo er erschossen wurde. Es gibt im Central Park eine Gedenkstätte die sich Strawberry Fields nennt. Da darf man keine Musik spielen, alle Besucher sind ruhig, auf dem Boden ist ein Mosaik, auf dem „Imagine“ steht. Das hat mich sehr berührt.


Kannst du Dich noch an Deine erste Single oder LP erinnern?

Roger Cicero : Das waren im Grunde die Beatles auf Kassette. Meine erste Langspielplatte war ein Sampler, ich glaube von Ilja Richters Fernsehsendung „Disco“. Da waren viele verschiedene Dinge drauf, in Erinnerung geblieben ist mir „Babooshka“ von Kate Bush, die ich damals schon völlig faszinierend fand. Ihre Stimme und die Art wie sie so sang, das hat mich damals sehr in seinen Bann gezogen.

Bei jedem neuen Album sucht man ja nach dem richtigen Titel. Wie bist du auf „In diesem Moment“ gekommen?

Roger Cicero : Ich gehe erst mal die Songtitel durch und schaue, ob mich irgendetwas anspringt. Manchmal hat man zwei oder drei Songtitel, bei denen man denkt : das könnte passen! Das war beim aktuellen Album aber lange nicht der Fall. Der letzte Song, den wir dann für das Album geschrieben haben, war „In diesem Moment“. Ich habe die ersten Textfragmente gelesen, die es gab und das Ding hat mich sofort getroffen und berührt.

Ich habe mich ans Klavier gesetzt und angefangen, den Song zu singen. Das war dann eine Sache von 10-15 Minuten, wir waren sehr schnell, haben zu dritt daran geschrieben. Gerade textlich war das von Anfang an für mich ein sehr wichtiger Song, weil er ganz anders ist als alles, was ich bisher gemacht habe. Deshalb fand ich den Titel auch für das Album so passend, weil ich da ja auch ziemlich viel anders gemacht habe. Ich habe mit neuen Produzenten, Textern und Komponisten gearbeitet, völlig neue Arrangeure beschäftigt, die die Big Band-Arrangements geschrieben haben. Ständig musste man sich auf etwas Neues einlassen, und darum passt der Titel sehr gut.

 

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem englischen Moderator und Pianisten Jools Holland ?

Roger Cicero : Es kam eine Anfrage aus England, nicht per E-Mail, denn Jools Holland hat überhaupt keine E-Mail-Adresse. Das ging anfangs alles über seinen Manager. Das Jools Holland & Friends-Konzept ist ja etwas, das er in England bei der BBC schon lange macht, es gibt schon mehrere Alben. Zum ersten Mal wollte er jetzt auch mit deutschen Künstlern arbeiten und fragte bei mir an. Ich kannte die Sendung und wusste, was Jools macht. Ich habe mich sehr darüber gefreut und fühle mich geehrt. Wir haben uns dann persönlich in Berlin getroffen und alles ging ganz schnell und unkompliziert.

Letzte Änderung am: 09.11.2011, 13.11 Uhr