Navigation

Volltextsuche

Seite vorlesen:

Eingeschneite Skiorte Schneemassen im Winterurlaub

Gesperrte Straßen wegen Lawinengefahr

Anfang Januar hat es in den Alpen lange und ergiebig geschneit. Viele Wintersportler steckten in ihren Skiorten fest, weil die Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt waren.

Sperrung wegen Schneebruch

Mit Verspätung aus dem Urlaub

Wie ist das eigentlich, wenn man als Arbeitnehmer zu spät aus dem Skiurlaub zurückkommt, weil man eingeschneit war? Und wer trägt die zusätzlichen Kosten im Hotel oder der Pension - der Gast, der Wirt oder beide einen Teil davon?

Wer eingeschneit in den Bergen festsitzt und deshalb nicht pünktlich an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, sollte sich nicht zu früh über die zusätzlichen Ferientage freuen, weiß Selma Burnukura von der Industrie und Handelskammer Konstanz: "Grundsätzlich gilt in solchen Situationen: ohne Arbeit kein Lohn! Der Arbeitnehmer muss also finanzielle Einbußen hinnehmen, entweder in Form von Urlaubstagen, die ihm abgezogen werden, oder in Form von unbezahltem Urlaub."

Mehrkosten für die Übernachtung

Auch in den Hotels und Pensionen hat der zwangsweise festsitzende Gast Pech, denn zahlen muss er trotzdem. Wolfgang Juri von der Wirtschaftskammer Vorarlberg: "Wenn er die Leistungen bekommt, dann muss er sie zur Gänze bezahlen. Ist allerdings zum Beispiel das Dach des Hallenbads durch Schneedruck eingebrochen, dann kann man sicher über Preisminderungen reden."

Wem das Geld ausgeht, der sollte sich im Skiort an den Bürgermeister wenden, der dann eine Unterkunft anbieten muss: Der Bürgermeister ist zuständig für seine Gäste im Ort und muss ihnen eine Unterkunft anbieten, selbst wenn es nur ein Matratzenlager in der Turnhalle ist.

Gegen die Langeweile

Kritisch wird die Stimmung erst, wenn die Gäste tagelang nicht abreisen können und auch Pisten, Loipen und Spazierwege wegen Lawinengefahr gesperrt sind. In solchen Fällen versuchen erfahrene Hoteliers, die Gäste zu beschäftigen. Günter Pfefferkorn aus Lech am Arlberg kennt Kollegen, die ihre Gäste zum Beispiel schaufeln lassen oder ihnen nachmittags eine Gratis-Jause anbieten. Man lasse sich schon etwas einfallen, um die Urlauber zufrieden zu stellen.

Zu viel Schnee

Und was ist mit denjenigen, die gebucht haben, aber wegen der Lawinengefahr jetzt Angst haben, den Urlaub anzutreten? Dazu Günter Pfefferkorn: "Eine mögliche Gefahr ist kein Stornierungsgrund. Wenn man in den Alpen Urlaub machen will, muss man einfach mit solchen Schneemassen rechnen."

Caroline Geyer/eh

Letzte Änderung am: 11.01.2012, 13.38 Uhr