Seite vorlesen:
Wer mit Call-by-Call beim Telefonieren Geld sparen will, sollte gut achtgeben. Gleich mehrere Anbieter versuchen derzeit nämlich, Kunden in die Kostenfalle zu locken. Davor warnt auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

50 Euro und mehr für ein Telefongespräch, das eigentlich nur wenige Cent hätte kosten sollen. Der Schock ist groß. "Die Fälle häufen sich", sagt Niklaas Haskamp von der Verbraucherzentrale. "Im Nachhinein etwas gegen diese hohen Rechnungen zu unternehmen, ist schwierig, deshalb sollte man im Vorfeld darauf achten, einen Anbieter mit Preisansage zu wählen. Das heißt, man wird am Telefon darüber informiert, was das Telefonat kostet, das man gerade führen will".
Da sich die Preise täglich ändern können, sind regelmäßige Tarifvergleiche unerlässlich. Die aktuellen Tarife der Call-by-Call-Anbieter findet man im Internet oder in der Tageszeitung. Auch wer sich bei der Vorwahl vertippt, zahlt kräftig drauf. So kostet ein Anruf ins Festnetz mit der 0 10 40 zwischen 0,2 und 9 Cent pro Minute. Fügt man - aus Versehen - nur eine Null dazu und wählt statt dessen die 0 100 40, sind 199 Cent pro Minute fällig!
Wichtig ist auch der Takt. Meist gilt die Abrechnung pro laufender Minute. Manche Call-by-Call-Anbieter haben jedoch eine 5-Minuten-Taktung. Finger weg davon! Denn das heißt: Von der ersten Sekunde an zahlt man gleich das volle Programm und das kann richtig teuer werden.
Und dann kommt es noch auf das Ziel des Anrufs an. Haskamp rät zu besonderer Vorsicht bei Call-by-Call-Nummern ins Ausland und gibt folgendes Beispiel: Ein Verbraucher dachte, er würde für 0,4 Cent in Athen anrufen, hatte aber eine Nummer gewählt, die sich 50 Kilometer außerhalb von Athen befand - und der Tarif dort war hundert Mal teurer.
Mit Call-by-Call lässt sich beim Telefonieren viel Geld sparen. Man muss aber genau aufpassen, was man tut und mit welchem Anbieter man telefoniert. Sonst wird das vermeintliche Schnäppchen zur teuren Kostenfalle!
Lutz Heyser/eh
Letzte Änderung am: 30.01.2012, 09.44 Uhr