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Wie über Nacht weltberühmte Songs entstanden
Künstler und ganz besonders Musiker haben ihre eigenen Schlafgewohnheiten, dass liegt nicht zuletzt an deren Arbeitszeiten. Konzerte finden nun mal abends und nicht morgens statt. Deshalb sind viele Songschreiber, Komponisten und Verseschmiede Nachtmenschen. Nicht wenigen kamen ihre größten Würfe buchstäblich im Schlaf oder über Nacht.
Einer der größten Hits aller Zeiten, die heutige französische Nationalhymne, war der Geniestreich einer einzigen Nacht, der vom 25. April 1792. Die französische Revolution beherrschte die Straßen von Paris und ganz Frankreich. Die preußische und österreichische Armee rückte an, und der Straßburger Bürgermeister Dietrich forderte ein Marsch- und Kampflied für die revolutionären Truppen. Der Auftrag ergeht an einen kleinen Hauptmann namens Claude Joseph Rouget de Lisle.
Der bisher erfolglose Tonsetzer schrieb in einer Nacht ein Lied, das schon bald als Marseillaise in die Geschichte einging und zur Nationalhymne Frankreichs wurde.
Nur wenige Stunden genügen dem jungen Rouget Text und Melodie zu verfassen. Nachdem alles getan ist, fällt er in tiefen Schlaf. Als er erwacht, kann er sich kaum an die geleistete Arbeit erinnern. Aber die liegt vor in Noten und Schrift. Nie wieder sollte ihm ein solcher Wurf gelingen.

...im Mai 1965, erwacht Rolling Stones Gitarrist Keith Richards mitten in der Nacht in einem Motel in Florida.
Er hat eine Melodie geträumt, die er sofort auf einem Kassettenrekorder aufnimmt und dann wieder schlafen geht. Am Morgen hat er eine schwache Erinnerung an die nächtlichen Aktivitäten. Er hört das Band ab und hat die Grundidee für die erste Nummer 1 Single der Stones in Amerika und den größten Hit der Band überhaupt.
...1965 in der Londoner Wimpole Street erwacht Paul McCartney im Gästezimmer der Familie seiner Verlobten Jane Asher.
Er hat eine Melodie geträumt.
"Yesterday" wird zu einem zeitlosen Welterfolg und zum meist gecoverten Song aller Zeiten.
Offenbar werden Genies im Schlaf von ihren besten Kreationen heimgesucht.
Für sie ist der Schlaf weit mehr als eine Phase der Erholung. Er kann auch ein fruchtbarer Quell ihres Schaffens sein.
Günter Schneidewind
Letzte Änderung am: 23.02.2010, 11.17 Uhr
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