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Vitamine im Winter  Blattsalat - Ein wahrer Giftcocktail?

Salat essen ist gesund, das wird uns seit Kindertagen eingetrichtert. Jetzt kommt Ökotest und sagt, im Winter stimme das nicht so unbedingt. Wer im Moment zum Salat greife, esse häufig eine ganze Reihe von Pestiziden mit. Dabei gibt es gesunde Alternativen.

Blattsalat

Salat oder nicht - im Winter eine gute Frage

Eigentlich sollen wir ja auch im Winter viele Vitamine essen und greifen deshalb häufig zum Salat. Aber das ist nicht immer unbedingt eine gute Wahl, sagt jetzt Ökotest. Denn 30 Proben aus verschiedenen Supermärkten und Discountern ergaben, dass er häufig stark belastet ist - das gilt auch für Blattsalate aus Deutschland. Zum Einen, weil der Salat dann häufig aus dem Treibhaus kommt. Dazu Roman Goll von der Zeitschrift Ökotest:

Nitrat

"In den Treibhäusern wird der Salat meist überdüngt, das führt dazu, dass die Nitratwerte jetzt höher sind als im Sommer. Zu viel Nitrat ist deshalb problematisch, weil der Stoff im Körper zur Bildung krebserregender Stoffe beitragen kann."

Seit Juni 2011 gilt eine neue europäische Verordnung für die Zulassung von Pestiziden. Dadurch sollen Wirkstoffe mit besonders gefährlichen Eigenschaften nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden.

Pestizide

Oder der Salat wird aus anderen europäischen Ländern importiert und dort, so Goll, sei man mit dem Einsatz von Pestiziden nicht gerade zurückhaltend. "An manchen Salatblättern kleben wahre Cocktails aus Insektengiften, Antischimmelmittel und Unkrautvernichtern." Das sei zwar legal und die einzelnen Grenzwerte würden in den meisten Fällen nicht überschritten, aber die Mischung, so Goll, sei alles andere als gesund.

Konventioneller Anbau

"Was wir gar nicht empfehlen können, zumindest im Winter, sind Kopfsalat und Rucola aus konventionellem Anbau. Besonders negativ aufgefallen sind im Test vor allem Salate aus Belgien oder Italien," hat Ökotest festgestellt.

Ökobilanz

Erschwerend kommt hinzu, dass bei Blattsalaten aus Südeuropa die Umweltbilanz auch deshalb negativ ausfällt, weil beim Anbau Unmengen von Wasser verbraucht werden.

Die Alternative: Heimische Salate und Bioprodukte

Dennoch muss der Verbraucher im Winter nicht ganz auf den eigentlich so gesunden Salat verzichten. "Man sollte sich nur an das halten, was gerade wächst", meint Ökotester Goll. "Saisonale und robustere Salatsorten sind im Winter eher zu empfehlen, also: Feldsalat, Endivien oder auch Chicoree. Die sind eben robuster, da muss weniger gespritzt werden." Hier fällt die Pestizid-Belastung also deutlich geringer aus als beispielsweise beim Kopfsalat.

Wer sicher gehen will, überhaupt keine Unkrautvernichter oder Insektengifte mit auf dem Teller zu haben, für den hat Roman Goll noch einen Tipp: "Bei Bioprodukten kann man relativ sicher sein, dass keine Pestizide verwendet wurden."

Susanne Henn, SWR Umwelt und Ernährung, Online: Heidi Keller

Quelle: SWRinfo

Letzte Änderung am: 22.02.2013, 08.27 Uhr