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Dreharbeiten zu "Baron Münchhausen" Riemann und Liefers frieren in Ludwigsburg

Momentan laufen in Ludwigsburg die Dreharbeiten zu dem Märchen-Dreiteiler "Baron Münchhausen" mit hochkarätiger Besetzung. Jan Josef Liefers schlüpft dafür in die Rolle des Lügenbarons, ihm zur Seite steht Katja Riemann als russische Zarin Katharina. Jessica Schwarz wird als Landadelige Constance in der SWR-Koproduktion zu sehen sein.

Vor dem Schloss Ludwigsburg weht ein eisiger Wind und in den Schlossräumen herrschen teilweise Minusgrade. "Aus bauphysikalischen Gründen darf man die Räumlichkeiten nicht heizen", so der Schlossverwalter Ulrich Krüger. Wie passend, denn für den Filmdreh von "Baron Münchhausen" hat sich das schwäbische Residenzschloss in den Zaren-Palast von Sankt Petersburg verwandelt. "Klimatisch kommt es dem wahrscheinlich nah", sagt Katja Riemann, die der Kälte "mit warmen Strümpfen" unter ihrem ausladenden Festkleid trotzt. Für Jan Josef Liefers ist der Lügenbaron eine Traumrolle, "wenn nur das Wetter besser wäre." Er ist den Kostümbildnern dankbar, dass sie beim Maßnehmen der Kostüme extra einen Zentimeter mehr "für drei paar Unterhosen" einberechnet haben.

Familienfilm mit Fantasie

"Jan Josef ist der typische Baron Münchhausen, ein ganz großer Charmeur", so Katja Riemann über ihren Filmpartner. Riemann spielt die intrigante Zarin Katharina, die in den Baron verliebt ist. Münchhausen hat jedoch nur Augen für die Landadelige Constanze von Hellberg, gespielt von Jessica Schwarz.

Der Legende nach soll Baron Münchhausen einen achtbeinigen Hasen gejagt, sich und sein Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben und auf einer Kanonenkugel durch die Luft geschwebt sein. Rund siebzig Jahre nach der letzten Verfilmung der fantastischen Lügengeschichten mit Hans Albers, steht nun Jan Josef Liefers in der legendären Rolle vor der Kamera.

Die Neuverfilmung will sich aber bewusst von seinen Vorgängern absetzen. Laut Regisseur Andreas Linke wird es "eine fantasievolle Geschichte für die ganze Familie". Natürlich werden auch die Schandtaten und Lügengeschichten nicht zu kurz kommen, im Vordergrund wird aber die Vater-Tochter-Beziehung zwischen dem Baron und der plötzlich auftauchenden zwölfjährigen Frieda (Isabelle und Helen Ottmann), stehen.

Baron Münchhausen in Ludwigsburg

Landesschau Baden-Württemberg,  9.2.2012 | 3:00 min

Schwäbisches Hollywood

Drehanfragen für Schloss Ludwigsburg sind für Schlossverwalter Ulrich Krüger keine Seltenheit. Doch eine Genehmigung erteilt er nur für Historienfilme oder Filme, die sich mit der Geschichte befassen. "Es ist eine Ehre für Ludwigsburg, mal den Zarenhof spielen zu dürfen. Wir waren schon das Berliner Stadtschloss, das Schloss Sancoussi, Versailles, Bayreuth und jetzt zum ersten Mal der Zarenhof Sankt Petersburg." Geplant waren lediglich drei Drehtage im Schloss Ludwigsburg, doch nachdem Krüger das Drehbuch gelesen hatte, schlug er weitere passende Drehorte wie den Weinkeller und den Favoritepark vor. Tatsächlich wurden nun aus drei geplanten Drehtagen drei Wochen.

Für den Filmstab ein Grund zur Freude, denn hier haben viele eine besondere Beziehung zu Stadt und Schloss: Produzent Jochen Laube, gebürtiger Ludwigsburger und Absolvent der hiesigen Filmakademie, nennt es gar sein "Heimatschloss": "Schon als Kind ging ich an der Hand meiner Oma durch den Favoritepark." Auch Autor Marc O. Seng, Regisseur Andreas Linke und Kameramann Stefan Unterberger sind Absolventen der Filmakademie Ludwigsburg.

Bis März laufen die Dreharbeiten im Schloss Ludwigsburg. Weitere Drehorte sind in Bayern, Berlin und Brandenburg. An Weihnachten 2012 soll der Märchen-Dreiteiler im Ersten ausgestrahlt werden.

Autor: Désirée Lanzenberger

Quelle: SWR.de - Kultur

Letzte Änderung am: 10.02.2012, 11.31 Uhr