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Ringen | ASV Nendingen Doping - Strafbefehle gegen Nendinger Ringer

Es ist das erste Mal, dass Sportler wegen Dopings von einem deutschen Gericht angeklagt werden: Im Fokus stehen zwei Ringer des dreimaligen Deutschen Meisters ASV Nendingen.

Ringer Beine

Zum ersten Mal hat ein deutsches Gericht Sportler wegen Dopings angeklagt (Symbolbild)

Etwas mehr als ein Jahr nach der Einführung des Anti-Doping-Gesetzes hat erstmals ein Gericht Strafbefehle gegen Spitzensportler erlassen. Das Amtsgericht Tuttlingen hat den beiden Ringern des ASV Nendingen die Strafbefehle zugestellt, das bestätigte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel dem SWR. Es handelt sich dabei um eine Geldstrafe, die sich an der Höhe der Einkünfte misst.

Die beiden Athleten sollen gegen die Strafe Einspruch eingelegt haben, wodurch der Strafbefehl nicht rechtskräftig wird. Durch den Einspruch dürfte es jetzt jedoch zur Eröffnung des Hauptverfahrens und somit zu einer öffentlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht Tuttlingen kommen. Die Sportler wären damit wegen des Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz angeklagt.

"Man sieht, dass die Staatsanwälte an die Fälle herangehen. Es ist ein Zeichen an die Sportler. Ob es große Auswirkungen haben wird, muss man aber abwarten", sagte der Sportrechts-Experte Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst.

Spuren von Meldonium

Bei den beiden Ringern war im vergangenen Februar ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Freiburg eingeleitet worden. In den Dopingproben eines Sportlers waren Spuren des seit Anfang 2016 verbotenen Mittels Meldonium gefunden worden und die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA erstattete daraufhin Anzeige. Dem zweiten Ringer wird die Anwendung verbotener Infusions-Methoden vorgeworfen.

"Das Strafmaß ist natürlich eher gering. Zudem wird der Fall durch das Meldonium abgeschwächt", meinte Lehner. Um das Herzmittel hatte es Anfang vergangenen Jahres Diskussionen gegeben. Ursprünglich war die Einnahme ab dem 1. Januar 2016 verboten. Später stellte sich heraus, dass es wesentlich länger dauert, bis das Mittel im Körper vollständig abgebaut ist. Daher dürfen Athleten, bei denen vor dem 1. März 2016 weniger als ein Mikrogramm Meldonium festgestellt wurde, sogar noch auf Gnade hoffen.

Gegen den ASV Nendingen wird weiter ermittelt

Ermittlungen gegen zwei weitere Athleten wurden wegen des unbekannten Aufenthaltsorts vorläufig eingestellt. Nach SWR-Informationen wurde aber eines dieser Verfahren wieder aufgenommen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel. Die Ermittlungen des Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Ringer-Vereins ASV Nendingen laufen weiter. Auch die sportjuristische Aufarbeitung des Falls ist laut NADA noch nicht abgeschlossen.

Der ASV Nendingen wurde zuletzt dreimal in Folge Deutscher Meister. In allen drei Finals setzten sich die Schwaben jeweils gegen den SV Germania Weingarten durch.

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