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Demographischer WandelWunderdroge Bewegung

Legal und ohne Nebenwirkung

Körperlich fit und geistig aktiv bis ins hohe Alter - das wäre natürlich ein Traum. Wie schaffen wir es, unsere Jugend so lange wie möglich zu bewahren? Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse sind verblüffend, aber eigentlich ganz einfach.

Die Lebenserwartung steigt weiter, Frauen haben gute Chancen, 90 Jahre alt zu werden. Und diese "Mehr Zeit zu Leben!" sollte man natürlich auch im bestmöglichen Zustand genießen können. An der Bremer Jacobs University wird seit vielen Jahren intensiv an der Frage geforscht: Wie schaffen wir es, unsere Jugend so lange wie möglich zu bewahren? Die ersten Ergebnisse sind verblüffend, aber eigentlich ganz einfach. SWR1 Redakteur Niels Berkefeld ist dem Jungbrunnen-Rezept auf der Spur.

Wunderdroge für Jedermann

Es gibt sie, die Wunderdroge. Dr. Claudia Voelcker-Rehage von der Jacobs-University war auch überrascht, als sie die Ergebnisse der Testreihen ausgewertet hatte. Die Lösung ist einfach: Bewegung!

"Bewegung hat eine positive Wirkung. Man könnte sie als Wunderdroge bezeichnen. Es gibt eigentlich kein Medikament, was ähnlich positive Effekte hat wie zum Beispiel das Bewegen von Armen und Beinen. Wir wissen auch, dass wenn Bewegung eine Wunderdroge oder ein Wundermedikament wäre, die Leute wahrscheinlich schon bald Schlange stehen würden, um dieses Medikament zu erhalten."

Mit Bewegung läuft das Hirn auf Hochtouren

Aber so muss man nicht Schlange stehen, sondern einfach nur seinen inneren Schweinehund besiegen. 30 Minuten täglich spazieren gehen reichen völlig aus. Und damit hält man nicht nur den Körper fit, sondern – und das ist neu – auch seine kleinen grauen Zellen. Denn an der Bremer Uni ist es erstmals gelungen, wissenschaftlich nachzuweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und geistiger Fitness gibt.

"Wenn man sich bewegt und körperlich aktiv ist hat das nicht nur einen positiven Effekt auf den Körper und die körperliche Verfassung. Vielmehr hat das auch einen positiven Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit, zum Beispiel auf die Aufmerksamkeit. Wenn man sich geistig fit halten will, sollte man also auch etwas für seinen Körper tun."

Für körperliche Aktivität ist es nie zu spät

Und noch etwas konnte Dr. Voelcker-Rehage nachweisen: Man kann in jedem Alter und auch in noch so untrainiertem Zustand anfangen, mit Training seine Leistungen zu verbessern.

"Das Sprichwort 'was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr' trifft absolut nicht zu. Viel eher passt der Ausdruck 'Use it or lose it'. Alles, was man nicht durch Übung und Gebrauch regelmäßig fördert wird sich im Verlauf des Lebens langsam abbauen. Es ist aber nie zu spät, zu jedem Zeitpunkt kann man anfangen aktiv zu werden und durch ein gezieltes Training sowohl geistige als auch körperliche Leistungsfähigkeit zu trainieren."

Also: Das ist natürlich alles nicht neu, irgendwie haben wir es ja immer schon gewusst. Aber jetzt ist es eben sogar wissenschaftlich bewiesen. Und auch, wenn man noch mit 70 anfangen kann, zu trainieren: Am besten heute schon loslegen. Hier noch mal die wichtigsten Tipps von Dr. Claudia Voelcker-Rehage:

"Bewegung erhöhen, gesunde Ernährung, Rauchen und Alkohol vermeiden. Das sind einfach ganz wichtige Punkte. Dafür Aktivität in jedem Bereich mitbringen - nicht auf den sonnigen Ruhestand freuen, sondern jetzt schon einmal überlegen, wie es weitergeht."

Letzte Änderung am: 02.08.2005, 20.23 Uhr

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