Ex-Grünen-Politiker
Sendung vom Mittwoch, 2.4.2008 | 10.00 Uhr | SWR1 Baden-Württemberg
"Es geht hier nicht um Pipifax, sondern um richtig Kohle! Die nächsten drei Jahre hätte ich für den Job 200.000 Euro Diäten bekommen, hätte 500 Euro monatlich zusätzlichen Pensionsanspruch erworben und dann drei Jahre früher in den Ruhestand gehen können. Meine Glaubwürdigkeit hat also einen materiellen Gegenwert!" verteidigte der Ex-Grünen-Politiker Oswald Metzger (53) in "SWR1 Leute"-Sendung seine aktuell heftig diskutierte Entscheidung, von den Grünen zur CDU überzuwechseln.

Er erklärte Moderator Wolfgang Heim: "Die Grünen können sich bei Gott nicht über mich beschweren. Ich habe mein Mandat aufgegeben, muss mein Geld wieder selbst verdienen und weiß nicht, ob ich von der CDU nominiert werde." Er habe durchaus ein paar Mal morgens in den Spiegel geschaut und sich gefragt: "Passt es zu einem politischen Menschen, dreimal die Parteizugehörigkeit zu wechseln?" Metzger war ursprünglich SPD-Mitglied, dann 21 Jahre bei den Grünen und will nun für die CDU 2009 in Biberach für den Bundestag kandidieren. Zuerst muss der CDU-Kreisvorstand am 23. April jedoch darüber entscheiden, ob er CDU-Mitglied wird.
Der im Magazin "Der Spiegel" erhobene Vorwurf des "Politsöldners" habe ihn schwer getroffen. "Ich vertrete heute noch meine Position von vor 14 Jahren", sagte Metzger. "Vielleicht bin ich für die klassische Parteipolitik versaut, aber trotzdem bin ich eine Person, die für die Politik wichtig ist, weil die Leute sagen, dass wir Menschen brauchen, denen es um die Sache geht und nicht nur um Partei-Ideologien. In der Politik werden Leute mit Rückgrat gebraucht, die authentisch sind." Er habe mit seinen marktwirtschaftlichen Positionen "die Seele der Grünen nicht wirklich erreicht. Als überzeugter wertorientierter Marktwirtschaftler bin ich in der Partei Konrad Adenauers besser aufgehoben. Ich glaube nämlich, dass nur mit einer leistungsfähigen Gesellschaftsordnung die Menschen in der Lage sind, aus ihrem Leben etwas zu machen. Dazu gehören die fairen Chancen auf Bildung."
Zu seinem Image als "mediensüchtiger, eitler Selbstdarsteller" sagte Metzger: "In Selbstdarstellung bin ich natürlich nicht ganz schlecht. Ich habe in der Tat auf die Wirkung meiner Person gesetzt, und das macht natürlich nicht nur Freunde. Die Presse hatte aber immer Freude an mir, weil sie an Menschen interessiert ist, die Klartext reden. Ich habe wahrscheinlich die richtige Mischung von Inhalt und auch der Fähigkeit zur Vermarktung."
Letzte Änderung am: 28.03.2008, 13.46 Uhr
Der SWR ist Mitglied der ARD ![]()
Sitemap | Impressum | Datenschutz | © SWR