Schauspieler
Sendung vom Dienstag, 19.1.2010 | 10.00 Uhr | SWR1 Baden-Württemberg
"Ich bin so zufrieden, wie ich bin: mal zehn Kilo mehr, mal weniger. Ich bin ein An- und Abschweller und habe aufgegeben, dagegen anzukämpfen", sagte Schauspieler Rainer Hunold (60) am 19. Januar 2010 in "SWR1 Leute".
Der schwergewichtige Serienstar holte zu einem Rundumschlag auf den alljährlich im Frühjahr wiederkehrenden Schlankheitswahn aus: "Wer alles am Dicksein verdient: Zeitschriften, Diätprodukte, Sportstudios, Personal Trainer – das ist ein Riesenmarkt! Und pünktlich jedes Jahr nach dem Jahreswechsel tauchen in den Zeitschriften die ersten Hinweise auf, wie man in 14 Tagen seinen Waschbrettbauch bekommt. Der 'Stern' titelt 'Endlich schlank'. Ich hab’s im Flugzeug gelesen – da steht absolut nichts Neues! Es besteht ja gar kein Interesse daran, dass die Leute schlank bleiben, es geht darum, Dicke zu haben, die abnehmen sollen", empörte sich Hunold.
Die "Stigmatisierung", die um das Dicksein gemacht werde, sei "völlig ungerechtfertigt", so der Schauspieler. "Ich selbst habe jahrzehntelang sehr darunter gelitten. Und jetzt leide ich nicht mehr darunter, jetzt amüsiere ich mich darüber. Das ist der merkwürdige Widerspruch: In unserer Gesellschaft heißt dick zu sein, ausgegrenzt zu sein. Dick ist pfui. In den Medien aber, als Schauspieler zum Beispiel, können Sie acht Zentner wiegen – wenn die Leute sie mögen, kräht kein Hahn danach. Ich profitiere davon, aber wenn ich mit meinem Volumen Filialleiter oder Busfahrer wäre, würde ich es vielleicht nicht ganz so auf die leichte Schulter nehmen."
Er selbst habe schon lange nicht mehr auf der Waage gestanden, "ich wiege mich nicht mehr, ich habe mit der Wiegerei meinen Frieden gemacht. Seitdem geht’s mir deutlich besser. Ich habe mal 45 Kilo abgenommen – nur war das Leben hinterher nicht so, wie alle Heilsbringer versprochen haben, mir ging’s definitiv nicht besser."
Letzte Änderung am: 19.01.2010, 12.00 Uhr
