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Spin DoctorsTwo princes

Kurzinfo

Ensemble:
Spin Doctors:
Maron Comess (dr, perc, org)
Mark White (bg)
Eric Schenkman (g, voc)
Christophe Barron (voc)
u.a.
Komponist:
Maron Comess
Mark White
Eric Schenkman
Christophe Barron
Erschienen:
1993

Biografie

Die Männer um CHRIS BARRON sind Hippie Adepten, die 25 Jahre nach Woodstock mit nostalgischem Gitarrenrock einen Über- raschungserfolg landeten.

CHRIS BARRON, in Australien geboren, war nach seinen Angaben ein merkwürdiges, ausgeklinktes Künstler-Kind, das mit Vor- liebe MARLEY und BUDDY HOLLY hörte. Nach einem Jahr Töpfer- kurs am College ging BARRON nach New York, um Musiker zu werden. SCHENKMAN wuchs in Toronto auf; sein Vater war Cellist, seine Mutter gab Flötenunterricht. "Mit 10 Jahren hatte er bereits eine BEATLES- und eine ZAPPA-Phase hinter sich"( ME/Sounds 9/93). SCHENKMAN, BARRON und JOHN POPPER fanden sich 1989 in der Band TRUCKING COMPANY zusammen.

Als POPPER die Band verließ, um zu den BLUES TRAVELER zu wechseln, stieß AARON COMESS dazu und gemeinsam wurden die SPIN DOCTORS gegründet. COMESS besitzt eine musikalische Ausbildung und spielte vorher "in Jazzbands und Blues- gruppen, Gigs bei Hochzeiten, wo alle Smoking trugen", so der Drummer. MARK WHITE, der dann einige Monate später das Quartett vervollständigte, "ist der schwierigste Kunde in der Band, auch wenn er allzu enthusiastische Fans mit dem Satz in die Realität zurückzuholen pflegt: "Ich hab früher bei McDonald's gearbeitet, also regt euch wieder ab, verdammt nochmal!" (ME/Sounds 9/93). Weitere Stationen waren verschiedene New Yorker Band, in denen er mitspielte und eine 3-jährige Tätigkeit in einer Poststelle.

Die Retro-Rocker aus New York mußten sich ihren Erfolg (Das Album "Pocket full of Kryptonite" verkaufte sich allein mehr als 1 Million mal) hart erarbeiten: Seit Jahren tourt die Gruppe gut 10 Monate pro Jahr durch die USA; der Alltag ist aufreibend und 15-Stunden-Tage sind keine Ausnahme: "Selbst wenn du im Bus einschläfst, bist du beim nächsten Schlagloch wieder wach. So ein Lebenstil laugt dich aus", erklärt BARRON, der zwar auf seine Gesundheit achtet (kein Alkohol, kein Nikotin, Basketball, Gemüsecocktails) aber aussieht wie 40, obwohl er gerade 24 Jahre alt ist.

Und so "erinnert die Legende ihres Aufstiegs vor allem an die guten alten Tage des Rock'n'Roll, als Bands noch ohne ausgefeilte Werbestrategien und hochgezüchtete Studio- technik, sondern allein mit ein paar Gitarren und einer eingängigen Melodie die Welt eroberten" (Der Spiegel 27/93). Anfangs waren die SPIN DOCTORS nur einem treuen Kult- Publikum bekannt, der überraschende Erfolg wurde von einem kleinen Radiosender aus Manchester (Vermont) gestartet, der einen Song der Gruppe in einer Werbemelodie verwendete.

Und allmählich war die neue alte Musik der Neo-Hippies auf allen Frequenzen zu hören: "Mit haus- und handgemachtem Rock, in dem gelegentlich Funkrhythmen mit Countryklängen verschmelzen, tritt das New Yorker Quartett ironisch und ausgelassen das Erbe legendärer amerikanischer Gitarren- gruppen wie ALLMAN BROTHERS, STEVE MILLER BAND oder LYNYRD SKYNYRD an" (Der Spiegel 27/93).

In ihren Live-Konzerten erinnern die Retro-Rocker (Retrospektive-Rocker) mit endlosen Gitarrenimprovisationen an GRATEFUL DEAD und auch ihr Lebenstil läßt an die Non- konformisten der 70er Jahre denken: peruanische Wollmützen, Birkenstocksandalen, sie rauchen Marihuana, lesen esoter- ische Bücher und ernähren sich vegetarisch.

Nicht zuletzt deshalb sind die SPIN DOCTORS bei den Ange- hörigen der Generation X gefragt, die versuchen, "sich in den Nischen der Gesellschaft eine gute Zeit zu machen und träumen von den großen, einfachen Dingen"(Der Spiegel 27/93).

Und das ist für die SPIN DOCTORS ihre Musik, mit der "die Zukunft des Endes des Rock'n'Roll", so die Musikzeitschrift Spex, begonnen hat.

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