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Der 77-Jährige akzeptiert sein Alter und schreitet würdevoll durch die Songs, wobei es die eine oder andere Überraschung gibt, wie den Griff zum Banjo.
Nach 8 Jahren gibt es mal wieder ein neues Album von Leonard Cohen: "Old Ideas". Was wohl seine Plattenfirma zu diesem innovativen Titel gesagt hat? Aber Cohen kann sich des Lobes der Kritiker und seiner Fans sicher sein, die seine jüngste Konzert-Tour gestürmt und bejubelt haben.

Der Mann ist eine Naturgewalt, das muß er uns nicht mehr beweisen. Seit 1967 hat er immerhin 12 Studioalben veröffentlicht, und seine Konzerte erstrecken sich locker über drei Stunden. "Old Ideas" beginnt auch für Cohen'sche Verhältnisse recht verhalten. Er rezitiert mehr, als dass er singt. "Ich mag es, mit Leonard zu reden", singt Cohen im Eröffnungsstück "Going Home" über sich selbst, wie es scheint. Es ist aber ein Dialog mit Gott, der feststellt: "Er ist ein Sportler und ein Hirte, ein fauler Bastard im teuren Anzug, aber er sagt, was ich ihm auftrage, auch dann, wenn's nicht genehm ist. Er hat nicht das Recht, sich zu verweigern."
Bereitet da einer seinen Abgang vor? Wie auch immer, die Worte muss jeder für sich interpretieren, und Musik ist eh Geschmackssache. Natürlich hat er was, der Leonard Cohen. Seine Fans werden entzückt sein. Aber es ist auch gut, dass die CD mit 10 Songs nach 40 Minuten Spielzeit dann auch durch ist. Ganz das Maß der guten alten Vinyl LP.
Wir treffen alte Bekannte wieder, wie die Stimmen von Jennifer Warnes, Dana Glover und die Webb Sisters. Manchen Song haben die Konzertbesucher auch schon im vorigen Jahr kennenlernen dürfen.
"Old Ideas" ist ein stimmungsvolles Alterswerk von Leonard Cohen. Ein Werk wie "Suzanne" oder "Hallelujah" ist aber nicht dabei. Er akzeptiert sein Alter von 77 Jahren und schreitet würdevoll durch die Songs, wobei es die eine oder andere Überraschung gibt, wie den Griff zum Banjo.
Günter Schneidewind
Letzte Änderung am: 27.01.2012, 14.46 Uhr