Navigation

Volltextsuche

Logo von "SWR in Aktion" Schreiben Sie uns! Unterstützung gesucht?

Wenn es auch bei Ihnen im Ort ein soziales Projekt gibt, das tatkräftige Unterstützung benötigt, dann mailen Sie uns! [mehr zu: Unterstützung gesucht?]

Seite vorlesen:

Otto Haug von der Stiftung "Zeit für Menschen" "Das Ehrenamt bringt Menschen zusammen"

Um alten, erkrankten oder behinderten Menschen mehr Zeit schenken zu können, gründete Otto Haug 2004 die Stiftung "Zeit für Menschen". Heute engagieren sich 250 Stifter, und viele Firmen aus der Region arbeiten nachhaltig mit sozialen Einrichtungen zusammen.

Herr Haug, Sie sind Initiator von "Zeit für Menschen", was gab für Sie den Anstoß, eine solche Stiftung zu gründen?

Otto Haug: Ich merkte, dass der Faktor Zeit für alte und psychisch beeinträchtigte Menschen das Wichtigste ist - Zeit zum Zuhören, Feiern, Vorlesen, für die Dinge, die das Leben bereichern. Und dass diese Zeit in den Einrichtungen der Samariterstiftung immer knapper wird. Da habe ich mir überlegt, eine Stiftung zu gründen, die dieses Zeitproblem löst.

Ich bin auf Multiplikatoren aus Wirtschaft und Politik zugegangen und habe zusammen mit 42 Personen im Jahr 2004 die Stiftung gegründet. Sie sammelt ehrenamtliche Zeit - und das Geld, um dieses Engagement zu finanzieren. Die Stiftung motiviert Firmen, nachhaltige Brücken zu bauen zu sozialen Einrichtungen.

War es anfangs schwer, Unterstützer zu finden?

Nein, die Bereitschaft war sehr groß, für die Firmen war schnell klar, dass das Thema wichtig ist. Sie haben gesagt: Da machen wir mit. Heute haben wir 250 Stifter, Firmen und Privatleute.

Und die Firmen investieren nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Es gibt tolle Aktionen: Mitarbeiter übernehmen Patenschaften, sie verbringen Zeit mit alten Menschen, fahren mit behinderten Kindern zum VfB-Spiel. Von den freiwilligen Helfern wird heute viel selbst organisiert.

Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die mithelfen: Von Prominenz bis zum Otto-Normalverbraucher. Und die verschiedenen Leute lernen sich auch kennen, das Ehrenamt bringt Menschen zusammen. Unter den Helfern ist ein richtiges Netzwerk entstanden.

Wie motivieren Sie neue Firmen, mitzumachen?

Wir versuchen immer, schnell Kontakte herzustellen, machen unter anderem Besichtigungen in den Einrichtungen der Samariterstiftung. Wir überreden die Firmen nicht, sondern lassen sie erfahren, zum Beispiel im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen. Durch dieses Erleben gewinnen wir die Menschen, und es ist ein Gewinn für beide Seiten.

Und was bedeutet "SWR in Aktion" für Ihre Stiftungsarbeit?

Ich finde das ganz großartig, diese Projekte hätten wir ohne den SWR nie stemmen können. Es ist ein super Gewinn für uns. Zeit zu schenken ist eine stille Sache. Durch so eine Aktion können wir unsere Arbeit öffentlich machen. Ich bin überzeugt, dass dadurch langfristige Kontakte entstehen, die man dann weiterpflegen kann.

Das Interview führte Isabell Gössele

Quelle: SWR in Aktion

Letzte Änderung am: 21.10.2011, 16.06 Uhr