High-Tech aus Holz und Stein
Werkzeuge in der Jungsteinzeit
Steinzeitwerkzeuge sind keine primitiven Hilfsmittel, sondern ausgeklügelte und in jahrelangem Gebrauch immer wieder verbesserte Instrumente. Sie zeigen, wie genau die Handwerker der Jungsteinzeit die Eigenschaften der Rohmaterialien Holz, Stein, Geweih und Knochen kannten und sie zu nutzen verstanden.

Für die Werkzeuge benutzten unsere Vorfahren immer das Material, das die besten Eigenschaften für den jeweiligen Einsatzzweck hatte. Steinbeile wurden aus zähem Felsgestein gefertigt, Messer, Bohrer, Sicheln und Pfeilspitzen aus dem sehr harten und scharfen, aber brüchigen Feuerstein. Für hölzerne Beilstiele verwendeten die Menschen des Neolithikums meist stabiles Eschen- oder Buchenholz; für ihre Pfeile die Zweige des Wolligen Schneeballs, die extrem langfaserig sind und nur schwer brechen. Die Bögen dagegen wurden vor allem aus biegsamem Eibenholz gemacht.
Der Wald als Baumarkt der Jungsteinzeit
Um an die besten Materialien für ihre Werkzeuge zu kommen, mussten die Menschen der Jungsteinzeit nur mit offenen Augen durch den Wald gehen. Dort wuchs das Holz für die Griffe ihrer Steinäxte, Sicheln und Messer. Auch Trinkgefäße wurden daraus geschnitzt. Pflanzen und Bäume lieferten die Fasern für Schnüre und Seile. Auch Schachtelhalm wuchs hier, mit dem die Stiele der Werkzeuge glatt geschliffen werden konnten wie mit Schleifpapier.
Nicht nur der Wald, auch die Tiere lieferten den Menschen im Neolithikum das Material für Werkzeuge. Aus Knochen, Zähnen und Geweihen stellten die Pfahlbauer Ahlen, Nadeln, Meißel, Schaber, Harpunen und sogar Angelhaken her. Aus den Häuten und Sehnen der Tiere wurden Schnüre und Bänder gefertigt, alles wurde genutzt.
"Alleskleber" der Steinzeit

Unsere Vorfahren kannten die Eigenschaften der Materialien und sie waren wahre Meister darin, sie durch ausgeklügelte Techniken nutzbar zu machen. Aus destillierter Birkenrinde entstand beispielsweise Birkenpech, eine Art "Alleskleber" der Steinzeit. Mit Birkenpech wurden die Feuersteinklingen an die Holz- oder Geweihschäfte der Werkzeuge "geklebt".
Die Herstellung von Birkenpech allerdings war ungeheuer kompliziert. Dafür musste Birkenrinde unter Luftabschluss längere Zeit bei einer Temperatur von ca. 350 Grad verschwelt werden. Ist die Temperatur zu hoch, verbrennt die Rinde, ist sie zu niedrig, bleibt die Rinde intakt. Noch heute ist es ein Rätsel, wie die Menschen in der Steinzeit die richtigen Bedingungen schufen und überhaupt auf dieses Verfahren kamen.
Feuerstein - Stahl der Steinzeit
Rohstoff für schneidende Werkzeuge
"Es dauert alles etwas länger"
Ein Schwein wird geschlachtet
Auch heute noch konkurrenzfähig
Werkzeuge aus der Steinzeit




