Faszination Pfahlbau
Frühzeitliche Hölzer bergen Geheimnisse
Im Winter 1853/54 sank der Wasserspiegel des Zürichsees so stark, dass ganze Wälder von Pfahlstümpfen ans Tageslicht kamen. Die ersten Ufersiedlungen aus der Jungsteinzeit waren entdeckt. Bis heute haben Archäologen einige hundert solcher Dörfer gefunden, viele davon am Bodensee. Nach wie vor beflügeln diese Entdeckungen die Fantasie der Forscher.
Wasser und Holz ist normalerweise eine Kombination, die nicht auf Dauer angelegt ist. Doch gerade dieser Verbindung verdanken wir vielfältige Einblicke in das steinzeitliche Leben. Ausgrabungen brachten Überreste von Jahrtausende alten Siedlungen zum Vorschein. Unter Luftabschluss wurden Pfähle, Haushaltsgegenstände, Waffen, Schmuck und andere Überreste im Wasser konserviert.
Ein spannendes Puzzle

Stück für Stück entlocken die Archäologen den steinzeitlichen Überresten ihre Geheimnisse. Ähnlich einem Baukastensystem setzen sie Hölzer und andere Funde zusammen und rekonstruieren auf diese Weise steinzeitliche Häuser oder sogar ganze Siedlungen. Die komplexe und umfangreiche Arbeit lohnt sich: Durch sie haben wir eine konkrete Vorstellung davon, wie die Pfahlbauten der Jungsteinzeit aussahen und wie ihre Bewohner darin lebten.
Zum Beispiel belegen Kalkreste, dass zumindest manche Bewohner ihre Häuser mit weißer Farbe bemalten. Und Funde von frühzeitlichem Schmuck – gefertigt aus Schalen von Meerestieren – verraten uns etwas über den Austausch von Waren mit den Mittelmeerländern.
Tausende von Einzelpfählen

Sogar die Entwicklung einzelner Siedlungen können Archäologen nachzeichnen. In den größeren Pfahlfeldern herrscht ein verwirrendes Durcheinander einzelner Pfähle aus ganz unterschiedlichen Zeitepochen. Durch die Analyse der Baumringe (Dendrochronologie) können die Hölzer wieder den verschiedenen Zeitepochen zugeordnet werden.
Weitere Erkenntnisse verdankt man tragischen Unglücksfällen. So wurde die Siedlung Hornstaad-Hörnle um 3.900 vor Christus ein Raub der Flammen. Der Brandschutt versiegelte das Inventar. Bei Ausgrabungen in den 1980er Jahren entdeckten Archäologen hier eine Momentaufnahme jungsteinzeitlichen Alltags.
Wenn Archäologen abtauchen
Unterwasserarchäologie
Der Dorfplatz
Rundgang durch das "Steinzeit"-Dorf
Wie bekommt man ein Dach dicht?
Jungsteinzeitlicher Regenschutz
Die Alpen waren kein Hindernis
Handel in der "Steinzeit-EU"
Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
Gezeigt werden unter anderem die Häuser aus der SWR-Reihe




