Tannenreisig statt Federkernmatratze
Schlafkomfort in der Jungsteinzeit
Jungsteinzeitliche Betten wurden in archäologischen Ausgrabungen bislang nicht gefunden. Auch im Wohnhaus des "Steinzeit"-Experiments stehen keine Betten. Es gibt zunächst nur einen Stapel aus unterschiedlichsten Fellen. Denn ihr Schlaflager sollte sich die Sippe selbst bauen.

"Wie man sich bettet, so liegt man", heißt es in einer Redensart. So war auch die erste Nacht im Steinzeitdorf den Umständen entsprechend. "Ein bisschen kalt, unruhig, viel hin und her gewälzt, ein bisschen hart ...", berichtet Martin über seine Erfahrungen. Die Felle dämmen den harten Lehmboden nur wenig. Zu viele Felle dürfen aber nicht auf den Boden geschichtet werden, denn sonst hat man nichts mehr zum Zudecken.
Ein Bett für alle

Der Experimentalarchäologe Harm Paulsen hat einen Tipp für die Sippe. "Es gibt doch hier in der Umgebung überall Tannen. Daraus macht ihr euch so eine Art federnde Matratze", rät er bei einem frühen Besuch im Pfahlbaudorf. Im Stroh versteckt sich jede Menge Ungeziefer, in frischen Tannenzweigen hingegen nicht. Zudem polstern die Tannenzweige genauso gut wie Stroh.
Dankend nimmt die Sippe des Steinzeit-Experiments diesen Rat an. Mit ein paar Stöcken trennt sie den hinteren Teil des Wohnraums ab. Hinter dieser Abgrenzung werden dann Tannenzweige aufgeschüttet. Auf diese jungsteinzeitliche "Matratze" kommen zunächst Rinderfelle. Sie verhindern, dass sich die Tannennadeln beim Schlafen in die Haut bohren. Mehrere vernähte Schaffelle decken die Protagonisten nachts zu und halten alle warm. Vier Erwachsene und sechs Kinder schlafen in einem Bett. Beide Familien kuscheln sich aneinander. Außen die Männer: Olli und Martin. In der Mitte die Frauen: Claudia und Britta. Die Kinder liegen verteilt dazwischen.
Wundervolle Nähe

40 Zentimeter Platz bleiben in dem großen "Familiebett" pro Person. Eine Nähe, die die Sippe während der achtwöchigen Drehzeit niemals störte. "Wir liegen da so oft Arm in Am in diesem Bett", meint Britta und lacht. Und auch ihre Tochter Ronja ist froh, dass sie in den kalten Nächten jemanden zum Kuscheln hat. In Hotels wollen die Junker-Matthes fortan nur noch alle zusammen in einem Bett schlafen.
Nur Sophia, die "Steinzeit-Oma", hat ein Bett für sich alleine. Es ist genauso aufgebaut, wie das der Familie und steht direkt neben dem Türeingang. Die Kinder verirren sich zum Kuscheln natürlich gerne auch mal hierhin. Und wie schlafen die beiden Alpenüberquerer Henning und Ingo? Auch sie haben sich einen getrennten Schlafplatz gesucht. Erst in der Vorratshütte und dann allabendlich einen neuen in den Alpen ...
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