Gute Nacht im "Steinzeit"-Dorf
Im Takt der Natur schläft es sich besser
Schläft es sich im Pfahlbauhaus besser als im modernen Doppelbett? So lautete eine der vielen Fragen, denen das LIVING SCIENCE-Team um Dieter Riemann aus der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Freiburg auf den Grund ging.
Kurz gefasst ergibt die Auswertung zum Thema Schlaf folgendes: Der Mensch schläft unter "Steinzeit"-Bedingungen länger! Genauer gesagt: eine Stunde länger. Eigentlich kein Wunder, denn das Aufstehen und Zubettgehen "mit den Hühnern" ist dem Menschen noch aus Zeiten vor der Erfindung des elektrischen Lichts wohl bekannt und vertraut. Die unnatürliche, "technische Schlafdosierung" mittels Wecker, an die wir uns gewöhnt haben, wird schnell aufgehoben, wenn nicht die Uhr, sondern die Tageszeit, vor allem durch das Sonnenlicht, unser Leben bestimmt.
Aktometer am Oberarm

Die Aktometer zeichneten Daten über die Aktivitäts- und Ruhephasen auf.
Wie aber kamen die Forscher dem Schlafverhalten auf die Spur? Zunächst wurden die Teilnehmer der "Steinzeit" durch die Freiburger LIVING SCIENCE-Forscher in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 bildeten die fünf erwachsenen Dorfbewohner, Gruppe 2 waren die beiden Alpenwanderer, und Gruppe 3 bestand aus zwei Mitgliedern der "Steinzeit"-Redaktion des SWR, die die Alpenüberquerung in heutiger Ausrüstung – quasi als "Kontrollgruppe" - parallel zur eigentlichen "Steinzeit"-Gruppe unternahmen.
Jeder Proband erhielt ein so genanntes Aktometer, das am Oberarm getragen wurde. Dieses Messgerät kann Körperbewegungen exakt erfassen und speichern und so Daten zum Schlaf-Wach-Verhalten ermitteln. So wurde aufgezeichnet, wann und wie lange jeder Teilnehmer liegt und damit indirekt, ob der Träger das Aktometers gerade schläft oder wach ist. Ob er tatsächlich schläft, bestimmen die Sensoren am Arm natürlich nur mit einiger Wahrscheinlichkeit. Denn Schlafen äußert sich in der Veränderung von Hirnströmen und lässt sich nicht allein durch Bewegungen des Oberarmes bestimmen. Wie also dieses Problem lösen? Das Forscherteam stellte bereits bei Vorversuchen fest, dass durch das Aktometer - immer eingestreut - einige Minuten als Wachheit registriert wurden, obwohl weiter geschlafen wurde. Durch eine Eichung, die diese Beobachtung berücksichtigte, konnten dann recht exakte Aussagen über das tatsächliche Schlafverhalten gemacht werden.
Folgende Parameter wurden mittels Aktometer ermittelt: Die Liegezeit in Minuten, die Schlafzeit in Minuten, die Einschlafzeit in Minuten und letztendlich die Schlafeffizienz.
Interview mit Prof. Dr. Dieter Riemann
Weitere Informationen vom Projektleiter des LIVING SCIENCE-Teams Schwerpunkt Schlaf
Rundgang über den Dorfplatz
Wie lebte und schlief es sich in der "Steinzeit"?




