Eine neue Epoche der Menschheit

Während die "La-Hoguette"-Hirten ihre Lebensweise noch einige Jahrhunderte beibehielten, wurden aus den Jägern und Sammlern rasch sesshafte Bauern. Sie schauten sich bei den Einwanderern deren Lebensweise ab und lernten von ihnen. Die "bandkeramischen" Bauern lebten in Dörfern und stellten Gefäße aus Keramik her. Sie errichteten Häuser, bauten Emmer, Einkorn und Gerste an und hielten Hunde, Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen als Haustiere.
Kulturpflanzen und Nutztiere

Dadurch, dass die Menschen nun Pflanzen und Tiere züchteten, veränderten sie auch deren Erbanlagen. Bald waren Kulturpflanzen und Nutztiere auf die Obhut des Menschen angewiesen, sonst hätten sie nicht mehr überlebt. Umgekehrt wurden die Bauern rasch abhängig von der relativen Sicherheit, die ihnen diese Nahrungsmittel boten.
Mit der bäuerlichen Lebensweise änderte sich noch viel mehr: Die Sozialstrukturen wandelten sich durch das Leben in größeren Gemeinschaften, es entstanden Clans. Sicherlich haben sich auch die religiösen Ideen geändert, die Lieder und die Rituale. Durch Rodung, Weidewirtschaft und Ackerbau begannen die Menschen, in die Natur einzugreifen.
Nicht nur Vorteile

Erscheint es Ihnen jetzt völlig logisch, dass alles so kommen musste, wie es kam, und dass der Mensch sesshaft wurde? Der Eindruck täuscht, so einfach war es nicht. Denn die neue Lebensweise brachte auch einige Nachteile mit sich: Land musste gerodet, Äcker mussten bestellt werden. Die Tiere brauchten Ställe und Futter für die Wintermonate. Egal wie hungrig die Menschen auch waren: Das Saatgut durfte nicht angetastet werden. Bauer zu sein, war also mit viel mehr Arbeit und Anstrengung verbunden als die Wildbeuterei.
Warum wurden die Menschen dann überhaupt sesshaft, wenn sie zunächst doch keinen Vorteil darin sehen konnten? Ehrlich gesagt kann diese nahe liegende Frage bis heute niemand ganz sicher beantworten. Höchstwahrscheinlich spielte der Klimawandel nach der letzten Eiszeit eine wichtige Rolle, der die Nahrungsgrundlagen der Jäger und Sammler schmälerte.
Ein Fortschritt?
In wenigen tausend Jahren haben wir Menschen den Planeten auf den Kopf gestellt, und der wichtigste Schritt auf diesem Weg war ohne Zweifel die "Neolithische Revolution". Sie war der Anfang für prachtvolle Städte, für Literatur und die Raumfahrt. Aber mit ihr begannen auch Kriege um Land, Hungersnöte riesigen Ausmaßes und die Gefährdung unserer Umwelt. Ob die Sesshaftwerdung letztlich Fluch oder Segen ist, hängt einzig davon ab, was wir aus ihrem Erbe machen.
Jungsteinzeitliche Keramik - ein Erfahrungsbericht
Martins erste Töpferversuche




