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Zahnpasta ist wichtig

Wir haben heute gleich mehrere  Möglichkeiten, diesem Zerstörungswerk der Bakterien  vorzubeugen. Dass die Zahnbürste dabei eine wichtige Rolle spielt,  liegt auf der Hand. Aber braucht es auch Zahnpasta, um die Zähne wirklich sauber zu halten? Das "Steinzeit"-Projekt bestätigt: Neben der Zahnbürste trägt vor allem auch Zahnpasta zur Bakterienbekämpfung bei.
Die Creme ist weitaus mehr als ein Schönheitsprodukt, das für frischen Atem sorgt, worauf in unserer heutigen Zeit sicher niemand gerne verzichten möchte. Fluoridhaltige Zahnpasten ermöglichen die Regeneration oberflächlich entmineralisierter Zähne. Beginnende Kariesstellen können sich nicht ausweiten, denn  das Fluorid kann die demineralisierten Stellen wieder auffüllen und verhindert so ein Fortschreiten der Karies.

Übertragbare Ergebnisse

Für die Zahnmediziner des LIVING SCIENCE-Teams ist klar: Das Projekt war zu kurz und hatte zu wenige Teilnehmer, um wirklich signifikante, verallgemeinerbare Erkenntnisse über das Leben in der realen Jungsteinzeit zu liefern. Und: die Teilnehmer stammten nun mal aus unserer heutigen Industriegesellschaft. Vermutlich haben sie - trotz umfangreicher Zahnreinigung vor dem Projektbeginn - Bakterienstämme mit sich "geschleppt", die es vor 5.000 Jahren unter Umständen noch gar nicht gab. Außerdem stellten die Forscher ein besonders hohes Kariespotenzial bei den Teilnehmern fest, denn diese brachten bereits eine  große Zahl von Kronen und Füllungen mit in ihre acht Wochen "Steinzeit". Allerdings erscheint selbst ein Mund voller Füllungen und Kronen als nahezu perfekt, vergleicht man ihn mit den katastrophalen Gebiss-Zuständen der wahren Steinzeitmenschen.

"Ötzis" Zahnbürste

Zahlreiche Schädelfunde belegen, dass die hygienischen Zustände unserer Vorfahren verheerend gewesen sein müssen: Kieferentzündungen waren stark verbreitet, Abszesse, die sich durch eitrige Entzündungen am Zahnhals entwickelt haben, Zähne, die aus ihrem Zahnbett regelrecht herausgefault sind. All das und extreme Zahnsteinbefunde  sind ein klarer Hinweis dafür, dass das Leben in der Jungsteinzeit schmerzhaft gewesen sein muss - allein schon wegen des schlechten Zahnstatus. Und das alles ohne hochwirksame Schmerzmittel, wie wir sie heute kennen!

Doch ganz hilflos waren die damaligen Menschen den Angriffen aus dem Mikrokosmos auch nicht ausgesetzt: Sie kannten Kräuter und Pflanzen, die Schmerzen lindern können. So nutzten auch die "Kurzzeit-Steinzeitler" des SWR die Kräfte der Natur, um kleinere Probleme zu beheben. Sie linderten Entzündungen im Mund mit Spitzwegerich und Blutwurz, die beide antibakterielle Stoffe enthalten.

Unsere Steinzeit-Sippe hatte zudem Glück: Außer herausgefallenen Füllungen und abgebrochenen Zahn-Verblendungen hatten die Mitglieder keine größeren Zahnprobleme oder Schmerzen während ihrer Zeit im Dorf.

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