Zahnfleischentzündungen
Durch die Beläge wurde das Zahnfleisch massiv in Mitleidenschaft gezogen: Bei allen Teilnehmern hat es sich entzündet. Die Forscher diagnostizierten einen Zusammenhang zwischen Plaque und Zahnfleischentzündung (Gingivitis).

Die Grafik zeigt: Den Entzündungen des Zahnfleisches entspricht eine Zunahme der Zahnbeläge. Trotz der geringen Zahl von 13 Teilnehmern lässt sich an der Häufung der Punkte die Tendenz sehr gut erkennen.
Solche oberflächlichen Entzündungen können schnell wieder abheilen. Wird allerdings über längere Zeiträume nichts unternommen, können sie zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Das Zahnfleisch bildet sich zurück, der Zahn liegt frei und wird schmerzempfindlich. Im schlimmsten Fall bildet sich der Kieferknochen zurück, die Zähne lockern sich und fallen aus. Durch die relativ kurze Projektzeit von acht Wochen blieben den Teilnehmern solche Erfahrungen glücklicherweise erspart.
Urkorn-Brot und Karies
Ein zweites Problem im "Steinzeit"-Dorf: Karies. Nach Ansicht der Mediziner und Anthropologen im LIVING SCIENCE –Team war ‚Klebteig’ für das verstärkte Auftreten von Karies verantwortlich. Klebteig entsteht bei der Verarbeitung von Getreide zu Brot und Fladen. Unsere Sippe bekam also Karies, weil sie 'Vollkornkost' verzehrt hat.

Teig besteht aus Stärke, auch der Teig von "Urkorn"-Brot. Und Stärke ist ein Festessen für Bakterien, deren Stoffwechselprodukte dann den Zahnschmelz zerstören. Auch andere Speisereste werden von Bakterien zersetzt, wenn die Zähne nicht geputzt werden. Brotteig aber, selbst aus gesundem Vollkorn, kann Zähne in besonderem Maß schädigen. Wird das Brot ausgiebig gekaut und bleibt lange im Mund, wird die Stärke in niedermolekulare Kohlenhydrate zerlegt: in Zucker also. Deshalb schmeckt Brot nach langem Kauen süßlich. Es zeigt sich also, dass Brot mit Honig schlecht für die Zähne ist.
Gerade die Milchzähne der Kinder im Wechselgebiss sind besonders anfällig für die Angriffe der Bakterien. Diese Mikroorganismen, allen voran das Bakterium "Streptococcus mutans", produzieren beim Zerlegen der in den Essensresten enthaltenen Zuckermoleküle Milchsäure. Die Säure greift die Zähne an, der pH-Wert sinkt. Ein Demineralisations- und Entkalkungsprozess beginnt. Letztlich löst sich der Zahnschmelz auf, und die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte können in noch tiefere Schichten dringen. Die Stoffwechselaktivität der Bakterien ist dann ausschlaggebend dafür, wie schlimm die Zahnfäule verläuft.
Immer wieder Fladenbrot
Speisezettel der Jungsteinzeit




