Der Stahl der Steinzeit
Feuerstein - ein bedeutender Rohstoff
Seinen Namen verdankt der Feuerstein seiner Eigenschaft, zusammen mit dem eisenhaltigen Pyrit Funken zu schlagen. In der Steinzeit wurde das Gestein jedoch nicht nur zum Feuer machen benutzt. Unsere Vorfahren waren wahre Meister darin, aus dem spalt- und formbaren Material scharfe und schneidende Werkzeuge herzustellen.

Im Laufe der Jahrtausende konnten die steinzeitlichen Handwerker ihre Schlagtechnik immer weiter perfektionieren. In der Altsteinzeit wurden zunächst grobe Faustkeile oder Schaber aus Feuerstein hergestellt, die direkt mit der Hand geführt werden mussten. In der Jungsteinzeit fielen die Arbeiten schon wesentlich filigraner aus. Es gab Bohrer, Messer oder Äxte aus Feuerstein, die in Griffen aus Holz "eingeklebt" wurden.
Die Kunst der Steinbearbeitung

Bei der Bearbeitung des Feuersteins wurden verschiedene Schlagtechniken angewendet. So erhielt man je nach Einsatzzweck entweder kleine, dünne und gebogene oder große, gerade Abschläge. Die steinzeitlichen Feuerstein-Handwerker kannten ihr Material sehr gut. Sie wussten genau, mit welcher Technik man einen gewünschten Abschlag erhielt.
Die Schlagtechnik wurde bis zur Serienproduktion verfeinert: So erhielt man aus einer entsprechend präparierten Feuersteinknolle reihenweise schmale, lange Klingen. Und die Menschen der Steinzeit fanden auch heraus, dass Werkzeuge aus Feuerstein haltbarer wurden, wenn sie überarbeitet (retuschiert) wurden.
Fachleute können anhand von Feuersteinabschlägen und Bearbeitungsresten Auskunft darüber geben, mit welcher Technik und in welcher Reihenfolge ein Feuersteinbrocken bearbeitet wurde. Wurde das Material etwa mit einem Schlagstein gespalten oder mit einem Geweihschlegel präpariert? Hier wird deutlich, dass unsere Vorfahren keine primitiven Steineklopfer waren, sondern sehr wohl in der Lage waren, komplex zu denken.
Feuerstein-Bergbau und -Handel

Feuerstein war in der Steinzeit weit verbreitet. Er wurde in regelrechten Bergwerken abgebaut, teilweise sogar untertage. In Arnhofen auf der Fränkischen Alb entdeckten Archäologen eines der größten Fördergebiete. Ungefähr 90 Tonnen Feuerstein sollen hier in etwa 8.000 Schächten gewonnen worden sein.
Händler brachten den Feuerstein in Gegenden, in denen es keine geeigneten, lokalen Vorkommen gab: zum Beispiel in steinzeitliche Siedlungen am Bodensee oder am Mittelrhein. Feuersteinprodukte aus Italien wurden im gesamten süddeutschen Raum gefunden. Anhand dieser Funde konnten Archäologen die steinzeitlichen Handelswege rekonstruieren, in einer Zeit, als alle anderen Spuren schon verwischt waren. Denn Gegenstände aus Feuerstein blieben über Jahrtausende hinweg erhalten.
"Eine Sache der Übung"
Problem Feuer machen
Rund um die Feuerstelle
Wohnzimmer, Kochgelegenheit, Wärmequelle
"High-Tech" aus der Steinzeit
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Feuersteine klopfen ist nicht alles
Ranga Yogeshwar macht Feuer




