Wenn Archäologen untertauchen
Die Unterwasserarchäologie hebt wertvolle Schätze
Viele Fundorte sind im wahrsten Sinne des Wortes untergegangen. Zum großen Glück der Archäologen, denn unter Luftabschluss wurden im Wasser vor allem organische Materialien gut konserviert. Daher hat die Unterwasserarchäologie innerhalb der Archäologie eine besondere Bedeutung.

Forschungstaucher
An der Erforschung der Pfahldörfer an den Seen des Alpenvorlandes hat die Unterwasserarchäologie großen Anteil. Zahlreiche Funde zeigen, dass die Uferzonen bereits in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit ausgiebig besiedelt waren. Die Archäologen brachten nicht nur die hölzernen Überreste der Pfahlbauten an die Oberfläche, sondern auch Kleidung, Keramik sowie Geräte aus Stein, Knochen oder Geweih. Auch Gegenstände aus Kupfer und Bronze wurden im Schlick entdeckt.
Funde teilweise besser erhalten als an Land

Teilweise sind die Unterwasserfunde besser erhalten als solche an Land. Bedeckt von einer Sedimentschicht wird besonders organisches Material (Holz und Textilien) unter Luftabschluss gut konserviert. Damit die Funde nach der Bergung aber nicht gleich wieder zerfallen, müssen sie einem aufwändigen Konservierungsprozess unterzogen werden.
So genannte Tauchgrabungen können oft nur im Winter stattfinden. Denn in dieser Jahreszeit sind die Sichtverhältnisse unter Wasser günstig. Die Taucher müssen vorsichtig vorgehen, um mögliche Funde nicht zu beschädigen. Sedimente wie Sand und Schlamm werden daher mit Sauggeräten weggeräumt oder mit einem Strahlrohr weggespült.
Fettstifte im Einsatz
Dann beginnt für die Taucher die eigentliche Arbeit. Sie übernehmen das Registrieren, Zeichnen und Fotografieren. Dafür schreiben sie mit Fettstiften auf Plexiglasscheiben, die sie auf den Fundort legen. An Land werden diese Skizzen dann auf Papier übertragen. Das von den Tauchern abgetragene Material wird ins Boot gehievt und dort gesiebt. Die Analyse, Konservierung und Restaurierung der Funde an Land entspricht den gängigen Methoden.
Um Fundorte, an denen keine Grabungen stattfinden, vor Erosion zu schützen, werden zunächst stabilisierende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine Möglichkeit ist, auf dem Seegrund Vliesmatten auszulegen, auf die Baustahlgitter gelegt werden. Darüber wird dann eine dünne Kiesschicht aufgebracht.
Tauchgang in die Vergangenheit
Unterwasserarchäologie ist nicht nur Abenteuer
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