Der lustige Fellträger mit der Keule
Die Steinzeit im Kinofilm
Das wohl berühmteste Zitat eines Steinzeit-Kinohelden dürfte Fred Feuersteins "Yabba Dabba Dooo" sein. Natürlich trägt er ein - für die damalige Zeit sehr modernes - Fell. Das hat er mit den meisten Steinzeitfiguren im Film gemeinsam.

Der Mensch in der "Kino-Steinzeit" trägt Fell und hat normalerweise eine Keule bei sich. Und er ist meist witzig - mal freiwillig und mal unfreiwillig. Auf Fred Feuerstein und seine Freunde trifft ersteres zu. Sie waren in den 60er-Jahren schon als Zeichentrick-Serie witzig, 1994 kam dann mit "Die Flintstones - Die Familie Feuerstein" ihr erstes Abenteuer in die Kinos. Mit John Goodman ("King Ralph") als kräftigem Fred und Rick Moranis ("Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft") als schmächtigem Barney bestens besetzt, wurde der Film ein Hit. Im Jahr 2000 kam dann der sehr auf den amerikanischen Publikumsgeschmack abgestimmte zweite Feuerstein-Film: "Die Flintstones in Viva Rock Vegas", diesmal mit dem relativ unbekannten Mark Addy als Fred.
Ben Stiller in "Nachts im Museum"

Mit ihren extravaganten Klamotten gehören die Flintstones zu den buntesten Vertretern der Steinzeit. Aber sie sind auch nicht immer die hellsten. Eine Vorstellung, die häufig in Filmen zu finden ist. So waren erst kürzlich in dem Ben-Stiller-Film "Nachts im Museum" ein paar Steinzeitmenschen zu sehen, die verzweifelt versuchen, Feuer zu machen. Als sie dann in ihrer Museumsabteilung ein Feuerzeug finden, fackeln sie sich nicht nur ihre Haare ab, sondern einen Teil des Museums gleich mit.
Zusammentreffen der Kulturen

Die Komödie "Steinzeit Junior" aus dem Jahre 1992 bezieht ihren ganzen Witz daraus, dass ein Mensch aus der Steinzeit in unsere Gegenwart gelangt und ungewöhnliche Sachen macht, vom Hundefutter-Essen bis zum Shampoo-Trinken. Dass das Aufeinandertreffen von Vergangenheit und Gegenwart auch ernsthafter aussehen kann, beweist der Film "Lapislazuli - Im Auge des Bären" (2006). Hier begegnet ein Neandertalerjunge irgendwo in den Alpen einem von einer Berghütte ausgerissenen Mädchen. Langsam verstehen sich die beiden, obwohl sie aus anderen Welten kommen und nicht dieselbe Sprache sprechen.
Was reden die da?

Überhaupt keine Sprache, die wir verstehen, sprechen die Steinzeitmenschen in Jean-Jacques Annauds "Am Anfang war das Feuer" (1981). Nur gut 100 Worte beziehungsweise Laute sprechen die Akteure, die um Feuer und Frauen kämpfen müssen. Auch im neuesten Film "10.000 B.C." (10.000 vor Christus) von Erfolgs-Regisseur Roland Emmerich ("Independence Day"), der im März 2008 in die Kinos kommen soll, wird nicht jeder Steinzeit-Mensch zu verstehen sein. Nur ein Stamm soll Englisch sprechen (oder Deutsch in der Synchronisation). Eins scheint aber bei einem Regisseur wie Emmerich sicher: Auch diesmal wird der Mann die Keule schwingen - und zwar richtig.
Wie realistisch sind Steinzeitfilme?
Interview mit dem Archäologen Cornelius Holtorf




