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Wenn Archäologen in die Luft gehen

Mit Luftbildern von oben entdecken, was in der Erde schlummert

Aus einem Flugzeug heraus machen sich Luftbild-Archäologen von oben ein Bild von der Erde. Dabei achten sie auf verschiedenste Anzeichen. Felder und Wiesen geben so Geheimnisse preis, die sonst nicht entdeckt würden: unterirdisch verborgene archäologische Schätze.

Luftbild einer Ausgrabung eines Grabhügels (Quelle: SWR, Foto: picture-alliance)

Luftaufnahmen können Hinweise auf Spuren der Vergangenheit liefern, die dem Beobachter am Boden verborgen bleiben. Blickt man beispielsweise von oben auf eine Ackerfläche, könnten sicht dort Überreste einer Siedlung abzeichnen. Auch wenn die alten Siedlungen mittlerweile zerstört sind, auf den Luftbildaufnahmen sind sie noch zu erkennen. Denn diese Stellen trocknen nach einem Regenschauer oder nach der Schneeschmelze im Frühjahr wieder relativ schnell ab, die Fläche in der Umgebung langsamer. Helle Linien auf dem Luftbild verraten, wo die Behausungen standen.

Unterschiedlicher Bewuchs

Fotografiert man Getreidefelder aus der Luft, sind auch hier Spuren erkennbar. Der Grund: Der Boden über dem ehemals bebauten Grund ist trockener. Die Folge: Die Getreidehalme sind hier kürzer als auf dem übrigen Feld. Umgekehrt wächst das Getreide an den Stellen höher, an denen sich einst Gräben oder Gruben befunden haben, weil die Erde hier feuchter ist. Bei Aufnahmen, die bei schräg stehender Sonne gemacht werden, wird die unterschiedliche Höhe des Bewuchses anhand der Schatten deutlich.

Der Vorteil von Luftbildern liegt auf der Hand: Es müssen keine aufwändigen und teuren Ausgrabungen in Gang gesetzt werden. Und der Fund wird erst einmal nicht zerstört. Der Archäologe fotografiert aus einem Flugzeug heraus das Gebiet und untersucht die Fotos nachher auf Auffälligkeiten. Wenn feststeht, an welchen Stellen im Boden etwas Interessantes liegen könnte, müssen die Forscher die Entscheidung treffen, ob sie genauer nachschauen. Die eigentliche Ausgrabung steht daher immer erst am Ende eines solchen Erkundungsverfahrens.

Erkundung auch mit Google möglich

Die Luftbild-Archäologie wird seit fast 50 Jahren eingesetzt. Inzwischen nutzen die Archäologen auch modernste Methoden, um sich ein Bild zu machen. So werden für die Aufnahmen nicht nur Radar und Infrarot-Technik eingesetzt. Auch Satelliten aus dem All helfen bei der Erkundung. Selbst mithilfe der kostenlosen Software "Google Earth" konnten Archäologen bereits neue Entdeckungen machen. Das sei wie ein Flug mit dem "virtuellen Hubschrauber", sagt der Amerikaner Scott Madry, der an der Universität von North Carolina forscht und lehrt.

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