Jungsteinzeit
5500 bis 2200 vor Christus
Mit dem Jahrhunderte dauernden Übergang von der Mittel- zur Jungsteinzeit - bei uns in Europa fand dieser Wandel um 5500 vor Christus statt - waren grundlegende Änderungen verbunden: Ackerbau, Viehzucht und Sesshaftigkeit. Daneben blieben Jagd und Sammeltätigkeit wichtig.
Die Wurzeln dieser neuen Wirtschaftsform sind nicht in Europa zu finden, sondern im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris, dem so genannten Fruchtbaren Halbmond. Dort begannen die Menschen vor mehr als 10000 Jahren, Wildgetreide anzubauen sowie wilde Schafe und Ziegen zu domestizieren - was zu einer sesshaften Lebensweise führte.
Landwirtschaft und dorfartige Siedlungen verbreiteten sich darauf hin rasch vom Vorderen Orient über die Mittelmeerküsten und das Donautal bis nach Europa und verdrängten nach und nach die nomadisierend lebenden Jäger- und Sammlergesellschaften der Mittelsteinzeit.
Aus den jungsteinzeitlichen Siedlungen Deutschlands kennen wir die Haustiere Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Hund; seltener auch bereits das Pferd. An Getreidearten sind Weizen, Emmer, Gerste und Einkorn bekannt. Charakteristisch für die Jungsteinzeit sind die kunstfertig getöpferten Keramikgefäße aus gebranntem Ton.
Aus den Pfahlbausiedlungen am Feder- und Bodensee sind dank der Feuchtbodenerhaltung – organische Reste konnten sich dort unter Luftabschluss erhalten – sogar Gebäudereste aus Holz und Lehm erhalten geblieben. Bemerkenswert sind die Hinweise auf Tauschhandel über weite Distanzen. So wurde bereits vor über 5000 Jahren Bernstein aus dem hohen Norden oder Feuerstein aus dem südalpinen Raum an den Bodensee eingetauscht. Zu dieser Zeit war ja bekanntlich auch der berühmte "Ötzi" – der Mann aus dem Eis unterwegs.
Fundsache

Bandkeramikgefäß aus der Jungsteinzeit
In der Jungsteinzeit entsteht eine vielfältige Töpferkunst. Die frühesten Gefäße sind mit linearen Bandmustern verziert und werden heute zur Kultur der Bandkeramik gezählt.
Zur gleichen Zeit, an anderem Ort

Der Steinkreis von Stonehenge im Süden von England wird in die Zeit um 2500 vor Christus datiert. Diese Megalith-Anlage wurde wahrscheinlich als Sonnen-Observatorium genutzt.





