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Fußball | Schiedsrichter Videobeweis - Testphase beschlossene Sache

Das International Football Association Board (IFAB) hat am Samstag in Cardiff (Wales) die Einführung einer Testphase für den Videobeweis beschlossen.

Blick auf das Spielfeld und Blick auf einen Videomonitor.

Die DFL will den Videobeweis testen

Die acht Gremiumsmitglieder stimmten damit der zweijährigen Testphase ab der Saison 2016/17 zu. Auch deshalb haben sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball Bund (DFB) ausführlich mit der neuen Technik beschäftigt.

DFL mit Entscheidung zufrieden

DFL-Direktor Ansgar Schwenken sagte in einer Stellungnahme am Samstag: "Auf DFL-Seite sind wir natürlich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Mit dem Ja zu den Tests für den Videobeweis wurde der mehrheitlich positiven Stimmungslage Rechnung getragen". Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird deshalb ab nächster Saison auch in der Bundesliga der Video-Schiedsrichter erprobt. Für die Bundesliga könnte das folgendes bedeuten:

Niederländisches Modell bevorzugt

Der niederländische Verband testet schon seit einiger Zeit den Videobeweis. Ein Video-Schiedsrichter sitzt dabei in einem Ü-Wagen mit einem technischen Mitarbeiter, der ihm in kurzer Zeit das gesamte Bildmaterial von strittigen Situationen vorspielen kann.

Videobeweis

Wird in der holländischen Eredivise bereits getestet - der Videobeweis

Im Falle einer Fehlentscheidung hat der Video-Schiedsrichter die Aufgabe, den Hauptschiedsrichter auf dem Feld zu informieren. In der deutschen Variante soll eine Szene auch dann überprüft werden können, wenn das Spiel nicht ohnehin unterbrochen ist.

Zwei Testphasen ab 2016/17

In der kommenden Saison würde die erste Testphase in Deutschland starten. Ein Video-Schiedsrichter könnte dann zwar schon eingesetzt werden, allerdings agiert dieser offline und ist somit nicht mit dem Hauptschiedsrichter verbunden. Eingreifen könnte er also noch nicht. Am Spiel würde sich für die Zuschauer in dieser Testphase aber ohnehin nichts ändern, sagt DFB-Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel: "Ich meine, dass wir im Sinne der Transparenz über den Stand der Dinge informieren sollten, damit auch der Fußballfan, die Medien und auch die Vereine wissen, wie sich das alles entwickelt."


Erst in der zweiten Phase, die in der Saison 2017/18 anlaufen wird, kann der Videoschiedsrichter eingreifen. Allerdings nur in drei Situationen: Bei der Erzielung von Toren, bei Elfmetern und roten Karten. Falls eine Situation trotz der Sichtung des Videomaterials noch strittig ist, „dann steht die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz“, erklärt Herbert Fandel. "Der Fußball hat diesen Charakter, dass der Schiedsrichter die Spielleitung hat."


Keine Challenge-Variante

Wer als Video-Schiedsrichter eingesetzt wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Zwei Modelle werden diskutiert: Aktive Bundesligaschiedsrichter könnten diese Rolle übernehmen, dafür müssten die Zahl der Schiedsrichter von 23 auf 26 erhöht werden. Eine zweite Option ist, dass ehemalige Referees eingesetzt werden. Klar ist laut Herbert Fandel, dass es keine sogenannte Challenge geben soll. Das hatten unter anderem Markus Merk, dreimaliger Weltschiedsrichter, und Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, gefordert. Bei der Challenge-Variante hätten zusätzlich zum Schiedsrichter auch die Mannschaften Einspruchsmöglichkeiten.


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