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Ringen | ASV Nendingen Frank Stäbler wechselt zu Germania Weingarten

Das ist ein Knaller: Weltmeister Frank Stäbler wechselt vom ASV Nendingen zu Germania Weingarten. Es ist, als würde Thomas Müller vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund wechseln.

Der Ringer Frank Stäbler bejubelt seine Bronzemedaillen-Gewinner bei den European Games in Baku

Der Bronzemedaillen-Gewinner bei den European Games in Baku Frank Stäbler wechselt zu Germania Weingarten

Einen Tag vor Beginn der Ringer-Europameisterschaft in Riga hat Weltmeister Frank Stäbler erklärt, dass er kommende Saison nicht mehr für seinen aktuellen Club ASV Nendingen an den Start gehen will und zum Liga-Rivalen SV 04 Germania Weingarten wechseln wird. Er hat dort einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben.

Nach drei Titeln in Folge mit dem ASV Nendingen habe er eine neue Herausforderung gesucht, sagte Stäbler am Montagnachmittag.

Nendingen muss damit den zweiten Schock innerhalb weniger Wochen verkraften: Denn nach dem knappen Gewinn der deutschen Meisterschaft im Januar hat die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) bei zwei osteuropäischen ASV-Athleten Rückstände von Dopingmitteln im Blut gefunden. Am Mittwoch will der Verband entscheiden, ob der Titel an den SV 04 Germania Weingarten neu vergeben wird. Und nun wechselt auch noch der beste Ringer zum schärfsten Konkurrenten.


Viele Rückschläge während der Vorbereitung

Nun möchte Stäbler sich voll auf die Europameisterschaft in Riga konzentrieren - für die er diesmal gar nicht hungern musste. Denn Frank Stäbler kämpft bei der Ringer-EM ab Dienstag in Riga eine Gewichtsklasse höher als sonst. Und das, obwohl er während der Vorbereitung einige Rückschläge einstecken musste: Erst Windpocken, die zu seiner Absage des Final-Rückkampfes bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft (ausgerechnet gegen seinen neuen Verein Weingarten) führten, dann noch ein Magen-Darm-Virus im dänischen Trainingslager - eine optimale Wettkampfvorbereitung sieht anders aus.

Darum schraubt Stäbler seine Ansprüche nicht zu hoch: "So weit die Kräfte reichen, werde ich wie gewohnt mein Bestes geben. Aufgrund der Erkrankungen bin ich sicherlich nur in der Außenseiterrolle", sagte der Griechisch-Römisch-Spezialist am Montag.

Selbst eine Absage für die EM stand zur Debatte. Deutschlands bester Ringer hatte wertvolle Zeit und Kraft verloren, konnte erst in der vergangenen Woche seine Belastung hochfahren. "Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Rio ist die EM für Frank eine Standortbestimmung", betonte Sportdirektor Jannis Zamanduridis vom Deutschen Ringer-Bund (DRB).

Viele Top-Athleten fehlen bei der EM

Da die Europameisterschaften für Olympia wertlos sind, bereiten sich viele nicht für Rio qualifizierte Athleten auf die Qualifikationsturniere vor. Diese finden vom 15. bis 17. April im serbischen Zrenjanin (nur Europa), eine Woche später im mongolischen Ulan Bator sowie vom 6. bis 8. Mai in Istanbul statt. Darum wird auch Jaqueline Schellin aus Bruchsal nicht nach Riga fliegen. Auch Florian Neumaier aus Mühlenbach verzichtet auf die EM.

Jan Rotter aus Triberg geht jedoch in Riga an den Start. Auch der Junioren-Weltmeister von 2011, Denis Kudla aus Schifferstadt, gibt bei den Männern sein EM-Debüt.

Das deutsche Aufgebot für die Ringer-Europameisterschaften in Riga

Frauen
48 kg: unbesetzt
53 kg: Nina Hemmer (AC Ückerath)
55 kg, nicht-olympisch: Eileen Friedrich (RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder)
58 kg: Luisa Niemesch (SV Germania 07 Weingarten)
63 kg: Nadine Weinauge (KSK Furtwangen)
69 kg: unbesetzt
75 kg: Maria Selmaier (KSC Motor Jena)

Männer, griechisch-römischer Stil
59 kg: Deniz Menekse (SV Johannis Nürnberg)
66 kg: Matthias Maasch (SV Wacker Burghausen)
71 kg, nicht-olympisch: Frank Stäbler (TSV Musberg)
75 kg: Jan Rotter (SV Triberg)
80 kg, nicht-olympisch: Pascal Eisele (SV Fahrenbach)
85 kg: Denis Kudla (VfK Schifferstadt)
98 kg: Peter Oehler (VfK Mühlenbach)
130 kg: Eduard Popp (VfK Neckargartach)

Männer, Freistil
57 kg: Marcel Ewald (KSV Ispringen)
65 kg: Kevin Henkel (70 kg TSV Dewangen)
70 kg, nicht-olympisch: Lennard Wickel (1. Luckenwalder SC)
74 kg: Martin Obst (1. Luckenwalder SC)
86 kg: William Harth (SV Germania Weingarten)
97 kg: Erik Thiele (KFC Leipzig)
125 kg: Nick Matuhin (1. Luckenwalder SC)

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