Bitte warten...

Motorsport | Formel 1 Mercedes freut sich auf einen harten Kampf

Die Formel-1-Saison 2016 steht vor der Tür. Am 20. März heulen die V6-Turbomotoren in Melbourne erstmals wieder auf. Weltmeister Mercedes startete mit einem Kick-Off in Fellbach bereits durch.

Daimler-Chef Dieter Zetsche, die Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff präsentieren den neuen Formel-1-Boliden

Daimler-Chef Dieter Zetsche, die Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff präsentieren den neuen Formel-1-Boliden

Richtige Freunde werden sie nicht mehr: Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Der Weltmeister und sein Vize haben sich auch beim Saison Kick-Off ihres Rennstalles verbal ordentlich beharkt. Inmitten historischer Rennautos wollte Rosberg von Hamilton wissen, ob er allmählich alt werde, da er ja jetzt eine Brille trage. Hamiltons Konter ganz cool: "Ich kann jetzt deine grauen Haare sehen." Das gibt einen Vorgeschmack auf das, was Mercedes in der Formel 1 auch in der kommenden Saison zeigen wird: einen harten Zweikampf der beiden besten Fahrer des vergangenen Rennjahres. Rosberg will es endlich schaffen, am Engländer vorbeizukommen - und bis nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi vorne zu bleiben.

Wolff sieht keine Crash-Gefahr

Vor ihrem vierten gemeinsamen Silberpfeil-Jahr in der Königsklasse des Motorsports sieht Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff das Duo aber reif genug, um den Teamfrieden nicht zu gefährden. "Man kann nicht erwarten, dass sie herumschmusen. Der eine wird versuchen, den anderen zu schlagen", sagte Wolff und fügt an: "Beide haben aber großen Respekt vor der Organisation hinter dem Team." Wolff ist davon überzeugt, dass Hamilton und Rosberg 2016 ihre Rivalität nur innerhalb des "Teamgeistes" ausleben. Dies steht im Saisonverlauf aber auf dem Prüfstand. "Wir wussten immer, dass es eine Rivalität zwischen den beiden Fahrern gibt, und wir schätzen diese", beteuerte der Österreicher. Geschätzt wird die Rivalität aber nur solange, bis es wieder zur Kollision zwischen den beiden kommt. In der vergangenen Rennsaison war das in Spa-Francorchamps (Belgien) und in Austin (Texas/USA) der Fall. Beide Male hing der Haussegen danach gewaltig schief.

Keine Stallorder, freie Fahrt für beide

Trotzdem schloss Wolff eine Stallorder erneut aus: "Es funktioniert ziemlich gut, und wir schulden es den beiden und der Formel 1, sie fahren zu lassen." Erfolgreich ist die Rivalität allemal. Von den vergangenen 38 Rennen gewann das Duo satte 32. Die Testfahrten in Spanien haben den schwäbischen Rennstall in seinem Kurs bestärkt. "Der Wagen sieht gut aus, wir hatten eine riesige Zuverlässigkeit", lobte Wolff den neuen W07, der auch in Fellbach mit im Gepäck war.


Ferrari wird ernst genommen

Doch der Respekt vor Ferrari und Sebastian Vettel, die nach den Eindrücken von Barcelona im Vergleich zur Vorsaison aufgeholt haben dürften, ist vorhanden. "Wir sind die großen Favoriten", stellte Rosberg vor seiner siebten Saison bei den Silberpfeilen klar, "wir müssen uns aber in Acht nehmen, weil Ferrari einen Riesenschritt gemacht hat. Sie sind eine große Gefahr." Doch die Chancen der Roten aus Maranello dürften nicht allzu hoch sein; doch Rennsiege sind für Ferrari sicher drin. Um dem Mercedes den Titel abzuluchsen, braucht es aber eklatante Schwächen bei den Silberpfeilen.

Rosberg giert nach dem Titel

Auf Schwächen bei Hamilton, hofft indes Nico Rosberg. Der Wiesbadener will 2016 endlich aus dem Schatten von Weltmeister Hamilton treten und erstmals selbst den Titel holen. Drei Siege in Serie zum Saisonende 2015 machen Rosberg Mut für dieses Jahr. Hamilton will an seiner Dominanz natürlich nicht rütteln lassen. "Ich fühle mich fantastisch für diese Saison", versicherte der 31-Jährige. Das erste Training im Albert Pak von Melbourne kann kommen.

Aktuell im SWR