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2. Bundesliga | SV Sandhausen Sponsorvertrag mit Bordell verpufft

Der Fußball war beim SV Sandhausen in den vergangenen Tagen eher Nebensache. Grund war der neue Sponsor des Vereins: ein Heidelberger Bordell. Doch jetzt wurde der Vertrag überraschend gelöst.

Spieler des SV Sandhausen jubeln auf dem Platz. Im Hintergrund der Screenshot der Homepage des neuen Sponsors Bienenstock-Heidelberg.

Der SV Sandhausen hat einen Sponsoren-Vertrag mit einem Heidelberger Bordell abgeschlossen

Der Verein gab am Freitag bekannt, man habe den Werbevertrag mit dem Bordellbetreiber einvernehmlich aufgelöst. Grund sei die "unangemessen hohe" Berichterstattung der Medien über das Thema. Man habe deshalb "das Experiment beendet, einem nicht alltäglichen Partner eine Werbemöglichkeit zu bieten". Der Ziel des Vereins sei der Klassenerhalt und davon dürfe nicht abgelenkt werden. Der Verein bekräftigte allerdings, er sei nach wie vor von der Seriosität des Werbepartners überzeugt.

Werbung am Spielfeldrand

Der Werbepartner des SV Sandhausen war ein Heidelberger Bordell mit dem Namen "Bienenstock". Die Werbung des Bordells prangte erst seit Kurzem - seit dem vergangenen Heimspiel - an den Banden am Spielfeldrand. Das Bordell warb auch im Stadionheft. Zu sehen ist dort das Etablissement bei Nacht, darüber prangt der Schriftzug "Bienenstock Eroscenter". Das Ganze wirkt dezent und wird von zwei Kussmündern umrahmt.

Nach Vereinsangaben war der Deal erst vor etwa zwei Wochen zwischen dem SV Sandhausen und dem Bordellbetreiber abgeschlossen worden. "Ein ganz normales Geschäft", sagt Vereinspräsident Jürgen Machmeier erst am Donnerstag. Der "Bienenstock" sei als Werbepartner auf den Verein zugekommen.

Nicht an die große Glocke

Das Stadionmagazin des SV Sandhausen mit einer Werbeanzeige für das Eros Center Bienenstock.

So wirbt das Bordell im Stadionmagazin des Vereins

Trotzdem wollte der Verein den Werbedeal mit dem Eros-Center nicht an die große Glocke hängen. Trotz Bordell: Freizügige Werbung sollte es nicht geben. Nackte Haut sollte laut Verein bei dem Werbeauftritt nicht gezeigt werden.

Schneller Abpfiff

Das Bordell hat im Sommer in Heidelberg eröffnet. Nach Angaben des Bordells mieten sich dort Prostituierte in die 30 Zimmer übers Internet selbst ein. Das Haus gehört der Stadt und hat energiesparenden Passivhausstandard. Ein Öko-Bordell als Werbepartner – der Abpfiff kam schneller, als erwartet.

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