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Handball-EM in Polen Hendrik Pekeler - der Löwe aus der Deckung

Pekeler gilt vielen als Abwehr-Spezialist, dabei ist er auch ein "passabler Angriffsspieler". Mit der Nationalmannschaft will der Rhein-Neckar Löwe am Freitag ins Finale einziehen.

Handball-Nationalspieler Hendrik Pekeler im EM-Spiel gegen Russland

Nationalspieler Hendrik Pekeler im EM-Spiel gegen Russland alles im Griff

Er wird es wieder tun. Wie an fast jedem Abend. Hendrik Pekeler wird sich auch am Freitag Abend um 22.15 Uhr mit seinen Kollegen Finn Lemke, Fabian Wiede und seinem Zimmergenossen Johannes Sellin treffen, um "Siedler von Catan" zu spielen. Parallel läuft dann das "Dschungelcamp" im Fernsehen – zur Belustigung.

Die Laune bei Hendrik Pekeler könnte nicht besser sein. Spaß beim Spielen - auf dem Hotelzimmer und auf dem Spielfeld. Auch am Mittwoch beim 25:23-Erfolg in der entscheidenden Hauptrundenpartie gegen Dänemark. Die DHB-Auswahl steht sensationell im EM-Halbfinale. Und Hendrik Pekeler ist einer der Erfolgsgaranten.

Der 24-jährige Kreisläufer von den Rhein-Neckar Löwen, der seine erste Europameisterschaft spielt, ist vor allem in der bärenstarken deutschen Defensive eine Bank. Gemeinsam mit Finn Lemke (SC Magdeburg). Diese beiden haben sich gefunden, obwohl sie sich schon kannten. "Ich habe mit Finn schon damals in Lemgo zusammen im Innenblock gedeckt. Das macht sich bemerkbar", sagt Pekeler. Abstimmung und Aggressivität – wie zwei Supervisoren überwachen die beiden abgeklärten Abwehrkanten den Defensivbereich.

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Posted by Hendrik Pekeler on Mittwoch, 27. Januar 2016

Die Rhein-Neckar Löwen mussten wochenlang auf Pekeler verzichten

Dabei grenzt es an ein kleines Wunder, dass "Peke" - so sein Spitzname - überhaupt bei der EM dabei ist. Als Pekeler im Sommer aus Lemgo zu den Rhein-Neckar Löwen nach Mannheim kam, war er erst einmal wochenlang verletzt. Zunächst war es ein Knorpelschaden am Knie, später eine Dornfortsatzfraktur. Nach seiner Rückkehr aufs Feld bekam der Norddeutsche (geboren in Itzehoe) aber gleich seine Spielanteile und näherte sich seiner Bestform. Für Bundestrainer Dagur Sigurdsson war schnell klar: Auf die Dienste des Rechtshänders Pekeler will er nicht verzichten.

Im Halbfinalspiel gegen Norwegen (Freitag/18.30 Uhr) will Pekeler erneut das Vertrauen seines Coaches rechtfertigen. Ziel ist es, auch gegen diesen Gegner unter 22 Gegentoren zu bleiben. Damit Andreas Wolff, der Senkrechtstarter im deutschen Tor, wie schon nach dem Slowenien-Spiel, erneut entspannt vermelden kann: "Bei so einer starken Abwehr konnte ich mir eine kleine Auszeit erlauben. Es kam ja fast kein Wurf mehr auf mein Tor."

Pekeler kann nicht nur Abwehr

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Pekeler in die Schublade "Abwehrspezialist" gesteckt. Das liegt an seiner momentanen Rolle in der Nationalmannschaft. In der Handball-Bundesliga will der 2,04 m-Schlacks beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen aber verstärkt zeigen, dass er als Kreisläufer auch ein "passabler Angriffsspieler" ist.

Auf jeden Fall will der Vater einer kleinen Tochter weiterhin seinen Spaß haben – bei den Finalspielen der EM, im Bundesliga-Endspurt mit den Löwen und nicht zuletzt beim Siedler-Spiel mit seinen Handball-Jungs.

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