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Handball | DHB-Supercup Löwen wollen Triumph nicht überbewerten

Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen sehen in ihrem ersten Super-Cup-Sieg keinen Gradmesser für die Saison. Dennoch ist der Titel für den Meister mehr als eine Ergänzung des Briefkopfs.

Rhein Neckar Löwen Supercup

Andy Schmid hat mit den Rhein-Neckar Löwen den Supercup gewonnen

Der Jubel der Rhein-Neckar Löwen war bei weitem nicht so emotional und frenetisch wie nach dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft. Aber der erste Supercup-Erfolg ist für die Mannschaft nicht nur eine Zierde für den Briefkopf. "Titel sind bei uns noch ziemlich rar gesät, deswegen freuen wir uns richtig über den Erfolg und nehmen ihn als Ansporn für die nächsten Trophäen", sagte Löwen-Nationalspieler Patrick Groetzki nach dem Sieg gegen Pokalsieger SC Magdeburg am Mittwochabend.

Sein Trainer Nicolaj Jacobsen wollte den Erfolg nicht überbewerten: "Ich glaube nicht, dass unser Sieg bereits ein Gradmesser für die nächste Saison ist. Es war toll, gegen einen starken Gegner zu gewinnen und nach dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale unseren guten Start zu festigen. Aber am Samstag kann das schon wieder ganz anders
aussehen." Dann treffen Löwen und Magdeburger am ersten Liga-Spieltag erneut aufeinander. Dabei geht es um Punkte und nicht ums Prestige.

Rhein-Neckar Löwen in guter Frühform

Die Konkurrenten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt werden sich die Partie am Fernseher angeschaut und registriert haben, dass die Löwen in einer guten Frühform sind. Auch nach dem Abgang ihrer Leitfigur Uwe Gensheimer. "Die Löwen wirkten insgesamt eingespielter und frischer als Magdeburg", erkannte Bundesliga-Geschäftsführer Frank
Bohmann, der für das Rennen um die deutsche Meisterschaft "den üblichen Dreikampf" zwischen Löwen, Kiel und Flensburg erwartet. Aber auch den Teams aus Melsungen, Magdeburg, Berlin oder Göppingen räumt er Chancen ein, die Spitze anzugreifen. "Wir sind richtig breit aufgestellt und halten auch seit 2007 die Spitzenposition des
europäischen Vereinsrankings inne", sagte Bohmann.

Für den deutschen Handball sieht der Geschäftsführer dank der Erfolge der "Bad Boys" auch generell eine rosarote Zukunft: "Für die nächsten vier bis sechs Jahre haben wir eine exzellente Nationalmannschaft, und dass es dann in der Weltspitze weitergeht, dafür sorgen die Vereine mit einer tollen Nachwuchsarbeit."

Magdeburger vergeben Möglichkeiten fahrlässig

Aus der ging 2,10-Meter-Mann Finn Lemke hervor, einer der Helden von Europameisterschaft und Olympia. Den Magdeburger Abwehrspezialisten wurmte es gewaltig, dass er den Supercup nicht gewonnen hatte: "In der ersten Hälfte haben wir zu viel vergeigt. Als wir dann wieder dran waren, haben wir unsere Chancen nicht genutzt", beschrieb er den 12:17-Halbzeitrückstand des SCM sowie die Phase nach dem 17:19. Sein Trainer Bennet Wiegert meinte nur: "Es tat richtig weh, wie wir drei große Möglichkeiten fahrlässig vergeben haben."

Wiegert hofft in der neuen Spielzeit auf einen Titel, um 2017 wieder beim Supercup dabei zu sein. Umso bitterer für den Titelverteidiger, dass er schon im Achtelfinale des DHB-Pokals auf Rekordmeister THW Kiel trifft, wenn auch zu Hause. Das ergab die Auslosung vor dem Supercup. Die Löwen haben es leichter, sie treten beim Bundesliga-Aufsteiger HC Erlangen an.

Nach neun Teilnahmen beim Pokal-Finalturnier in Hamburg ohne einen Titel wäre es für die Löwen an der Zeit, diese schwarze Serie zu beenden, meinte Nationalspieler Groetzki lachend: "Wir haben die Meisterschaft und den Supercup gewonnen, der Pokal fehlt noch."

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