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Fußball | VfB Stuttgart Die Wiedergeburt des Georg Niedermeier

Er ist zurück - und wie. Der Stuttgarter Innenverteidiger ist wieder eine wichtige Stütze der VfB-Defensive. Tore schießen kann der 30-Jährige aber auch.

Georg Niedermeier

Zwei Tore in einem Spiel, das gelang Georg Niedermeier vorher noch nie

Samstag Nachmittag, die Arena in Stuttgart. Um 16.36 Uhr schraubt sich Georg Niedermeier in die Höhe, fixiert den Ball und drückt die Kugel mit einem wuchtigen Kopfball über die Linie. Das 3:0 des VfB Stuttgart gegen 1899 Hoffenheim. Es ist soweit: Niedermeier hat den ersten Doppelpack seiner Karriere geschnürt. Schon nach sechs Minuten hatte er seine Mannschaft mit 1:0 in Führung gebracht - in der Abstaubermanier eines Stürmers. Nie war Niedermeier wichtiger als heute.

Leidenszeit unter Zorniger

Dabei sah es zu Saisonbeginn gar nicht danach aus, dass der gebürtige Münchner überhaupt zum Einsatz kommen würde. Ex-Trainer Alexander Zorniger parkte Niedermeier meist auf der Bank, wenn überhaupt. Oft fand sich der Abwehrrecke auf der Tribüne wieder. Als Zorniger dann nach dem 1:3-Debakel gegen Borussia Mönchengladbach wenig diplomatisch anmerkte: "Da braucht mir jetzt keiner mit Georg Niedermeier kommen", war der Tiefpunkt für den Verteidiger erreicht, die Ausmusterung schien beschlossene Sache.

Verteidiger alter Schule

Georg Niedermeier in seinem Element. Der Stuttgarter Innenverteidiger grätscht in Richtung Ball.

Georg Niedermeier in seinem Element. Der zweikampfstarke Verteidiger des VfB Stuttgart grätscht den Ball ab

18 Spieltage später wurde "Niederstrecker" zum Helden der Partie gegen Hoffenheim und von allen Seiten gelobt. In seinem 142. Bundesliga-Spiel überzeugte er mit Härte, Einsatz, Leidenschaft und Zweikampfstärke. Jene Attribute, die ihm auch den bekannten Spitznamen in Stuttgart einbrachten. Seit 2009 tritt Niedermeier für die Schwaben gegen den Ball - und wenn's sein muss, auch mal gegen den Gegenspieler. Immer wieder wurden dem Innenverteidiger auch fußballerische Defizite vorgehalten. Sicher, die Nummer 6 der Schwaben ist kein ausgewiesener Edeltechniker. Sportvorstand Robin Dutt stellt sich aber vor seinen Verteidiger: "Ich finde es despektierlich, wenn behauptet wird, er sei fußballerisch limitiert. Georg hat oft genug bewiesen, dass er für den Spielaufbau die Technik hat, die man braucht."

Zeichen stehen auf Verlängerung

Trotzdem wird Georg Niedermeier hauptsächlich für seine Zweikampfstärke geschätzt. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, doch die Vorzeichen stehen auf Verlängerung. Niedermeier dazu: "Ich fühle mich beim VfB wohl. Das merkt jeder, der mich spielen sieht. Deswegen würde nichts dagegen sprechen." Dass er sich auch im gegnerischen Strafraum wohlfühlt, ist spätestens seit dem Doppelpack vom Samstag klar.

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