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Fußball | VfB Stuttgart Der VfB Stuttgart im Auge des Orkans

Stürmische Zeiten beim VfB Stuttgart: Sportlich läuft es bescheiden, der einzige Präsidentschaftskandidat ist umstritten und einen Trainer haben die Schwaben auch noch nicht.

Ein Schiff mit dem VFB Logo im Sturm.

Kann sich der VfB Stuttgart aus diesen Sturm wieder herausmanövrieren?

Fünf Spieltage sind in der 2. Bundesliga gespielt und die Schwaben haben sich nach zum Teil dürftigen Leistungen nur mit einem Krampf-Sieg gegen Kaiserslautern auf den 4. Platz gerettet. Zu wenig für einen Aufstiegsfavoriten, um das Umfeld still zu halten.

Trainer Jos Luhukay ist weg, zurückgetreten, nach nicht mal drei Monaten beim VfB. Hauptgrund: der Dauerstreit mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser. "Mir fällt dieser Schritt nicht leicht, weil ich in den ersten Wochen meiner Tätigkeit für den VfB Stuttgart bei Fans, Mannschaft und Verantwortlichen das Vertrauen gespürt habe", sagte Luhukay zur Erklärung.

Für Luhukay ist Olaf Janßen als Interimstrainer eingesprungen. Unter ihm hat die Mannschaft immerhin den knappen Sieg gegen Kaiserslautern hinbekommen. Trotzdem bleibt die Gesamt-Bilanz mau. Ähnlich wie in den letzten Jahren gelingt es dem VfB auch eine Etage tiefer nicht, ein überzeugendes Offensivspiel aufzuziehen. Von der nach wie vor wackeligen Defensive ganz zu schweigen. Unklar ist, wer dauerhaft als Trainer folgen soll und was dann aus Janßen wird oder wie viel er noch retten kann.

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VfB-Interimstrainer Janßen über seine Zukunft

Veronique Brüggemann

Fehlen die erfahrenen Profis?

Luhukay hatte zuletzt öffentlich die drei Last-Minute-Transfers Benjamin Pavard (20 Jahre, franz. Juniorennationalspieler, Abwehr), Carlos Mané (22 Jahre, Portugal, Stürmer) und Takuma Asano (21 Jahre, Japan, Stürmer) sehr zurückhaltend bewertet. Der 53-jährige Niederländer hatte auf seinem Wunschzettel stattdessen wohl gestandene Profis als Perspektivspieler. Schließlich erwarten Fans und Vereinsführung den sofortigen Wiederaufstieg. Wilfried Porth verteidigt die Personalwahl: "Wenn wir an den Wiederaufstieg glauben, dann müssen wir doch den nächsten Schritt auch dabei haben. Wir können ja jetzt nicht aufsteigen und den Kader dann wieder komplett umbauen." Auch Schindelmeiser ist überzeugt von seinem Kurs.


Über der sportlichen Tristesse und den internen Querelen hängt wie ein Damoklesschwert die Präsidentschaftswahl am 9. Oktober. Der Aufsichtsrat des VfB Stuttgart stellt einen Kandidaten zur Wahl: Wolfgang Dietrich. Der ehemalige Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21 ist beim Anhang des VfB heftig umstritten. Wilfried Porth ist trotzdem felsenfest von dem 68-Jährigen überzeugt.

Wolfgang Dietrich kenne sich im Sport gut aus

Dieser sei "eindeutig" der richtige Mann für den Posten: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Porth, aber Dietrich kenne sich im Sport gut aus und sei ein erfolgreicher Unternehmer: "Wir brauchen einen mit Ecken und Kanten, der auch mal durchgreift. Wir haben nicht den Kandidaten gesucht, den alle mögen." Alle müssen ihn nicht mögen. Aus Sicht des VfB "nur" 50 % und eine Stimme bei der Wahl auf der Mitgliederversammlung am 9. Oktober. Mal schauen ob es spätestens dann beim VfB heißt: "Land in Sicht!"


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