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Fußball | Nationalmannschaft Ein Ulmer für Löws Mannschaft

In der Bundesliga konnte Marcus Sorg keinen Fuß fassen, beim DFB schon. Seit Dienstag ist der 50-Jährige als zweiter Assistent von Bundestrainer Joachim Löw im Einsatz.

Joachim Löw, Marcus Sorg, Schneider

Ein Ulmer bei der Nationalmannschaft: Marcus Sorg unterstützt Bundestrainer Jogi Löw und Assistent Thomas Schneider

JL für Joachim Löw, TS für Thomas Schneider und AK für Andreas Köpke. Die sportliche Leitung der deutschen Nationalmannschaft ist auch an den Kürzeln auf der Trainingskleidung zu erkennen. Auf der grauen Jacke von Marcus Sorg, seit Dienstag offiziell im Trainerstab des Weltmeisters, fehlen allerdings noch die Initialen. Das hat aber nichts mit der Wertschätzung des 50-Jährigen zu tun.

"Marcus Sorg kennt unsere gemeinsame DFB-Philosophie, mit ihm haben wir einen weiteren kompetenten und erfahrenen Trainer", sagt Bundestrainer Joachim Löw über seinen neuen Mitarbeiter. Und auch DFB-Sportdirektor Hansi Flick ist davon überzeugt, dass Sorg der richtige Mann am richtigen Ort ist: "Er wird eine wertvolle Ergänzung für Jogi Löws Trainerteam sein."

Sorg ist zunächst bis zum Sommer in den Trainerstab des Weltmeisters aufgerückt und wird bei der EURO in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) mit auf der Bank des Weltmeisters sitzen.

A-Mannschaft oder doch U21

Ob er auf Dauer bei der A-Mannschaft bleibt, ist noch nicht endgültig entschieden. Die Chancen, dass der Mann für alle Fälle im Löw-Team bleibt, würden bei einer erfolgreichen EM steigen. Denn auch beim DFB gilt: Never change a winning team. Angedacht und zunächst ausgemacht ist allerdings, dass Sorg Nachfolger nach Olympia von Horst Hrubesch bei der U21 wird.

Das ist für Sorg aber noch weit weg: "Mit der Europameisterschaft steht ein besonderes Highlight in dieser Saison an. Ich freue mich auf die Herausforderung, bei der A-Mannschaft mitzuarbeiten", sagte er vor seinem ersten Länderspiel als Löw-Assistent am Samstag gegen England.

Anfänge im Ländle

Sorg hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. TSF Ditzingen, Heidenheimer SB, SSV Ulm und Stuttgarter Kickers waren seine Trainerstationen, ehe er 2011 für einige Monate Cheftrainer beim Bundesligisten SC Freiburg war. Nachdem die Breisgauer nach der Hinrunde mit nur 13 Punkten aus 17 Spielen Tabellenletzter waren, erfolgte aber die vorzeitige Trennung. Sein Assistent und Nachfolger war damals Christian Streich, der sich bis heute beim SCF gehalten hat.

Nach einem kurzen Intermezzo in der Jugendabteilung von Bayern München startete Sorg 2013 beim DFB durch. Ein Jahr später wurde der frühere Zweitliga-Profi mit der U19 Europameister. "Damals haben wir schon daran gedacht, unseren Trainerstab zu erweitern. Denn die Anforderungen während eines Turniers sind enorm", sagte Löw, der für Brasilien aber auf einen zusätzlichen Helfer verzichtete.

Dadurch blieb Sorg die bisherige Krönung seiner Trainerkarriere verwehrt. Bei der EURO könnte der gebürtige Ulmer aber doch ein Erlebnis der besonderen Art feiern.

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