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Fußball | Champions League Dieser Mann machte Özil zum Facebook-Star

Mesut Özil steht am Dienstag im Mittelpunkt des Champions League-Spiels FC Arsenal gegen Titelverteidiger FC Barcelona. Der Fußball-Weltmeister ist ein Topstar - auch im Internet. Dank der Hilfe eines PR-Beraters aus Ludwigsburg.

Januar 2006. Glaspalast Sindelfingen. Roland Eitel schaute sich das Finale des weltweit besten Hallenfußballturniers für A-Junioren an. Der Medienberater war von einem Spieler besonders beeindruckt. Dieser 17-jährige im Trikot des FC Schalke 04 schien ein Edeltechniker zu sein. Der Ball war sein großer Freund. Der Name des Linksfußes: Mesut Özil. Der junge Kerl gewann mit seiner Mannschaft das Turnier und wurde ganz nebenbei auch noch Torschützenkönig. 

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Sechs Jahre später begegneten sich Eitel und Özil wieder. Und beschlossen, gemeinsam erfolgreich zu sein. Bei den Auftritten des Fußballprofis in den sozialen Netzwerken. Eitel war der richtige Mann dafür. Schon seit vielen Jahren berät er mit seiner Ludwigsburger Agentur die Nationaltrainer Joachim Löw und Jürgen Klinsmann. Jetzt gehörte also auch Mesut Özil zu seinen Klienten. Eitel wusste: Özil bringt alle Voraussetzungen mit, um auch bei Facebook und Twitter ein Star zu sein. 

Kreativster Fußballprofi Europas

Zunächst einmal ist Özil ein herausragender Fußballer. Der 27-jährige Özil gilt als kreativster Fußballprofi Europas. Seine aktuelle Statistik ist Weltklasse: 4 Tore und 17 Assists in 25 Saisonspielen für Arsenal. Dazu eine Passgenauigkeit von 87 Prozent.

Zudem ist Özil ein deutscher Nationalspieler mit Migrationshintergrund. Keine Skandale, kein Lautsprecher. Ein gläubiger Moslem. Ein Star bei den internationalen Topteams Real Madrid und Arsenal London. Vereine also mit einem riesigen Fanpotenzial auf der ganzen Welt.

Mesut Özil und Roland Eitel

Roland Eitel (rechts) machte Mesut Özil zum Facebook-Star

Und Vereine, die sich nicht gegenseitig die Anhänger wegnehmen. Der Wechsel Özils 2013 von Real Madrid zum FC Arsenal sorgte für keinerlei Verdruss bei seinen Fans. Eitel gegenüber dem SWR: "Wenn ein Mario Götze in Deutschland von Dortmund zu Bayern wechselt, dann verliert er seine Dortmunder Fans. Als Mesut von Real zu Arsenal wechselte, hat er die meisten Fans mitgenommen."

Held der Muslime

Ein Eintrag von Mesut Özil auf Facebook erscheint in fünf Sprachen: Deutsch, Spanisch, Englisch, Türkisch und Arabisch. Die meisten Facebook-Freunde hat Özil in der Türkei. Dann folgt Indonesien – noch vor Deutschland. Der 58-jährige Eitel weiß, warum: "In Indonesien leben 200 Millionen Muslime – und die sind alle auf Social Media angewiesen. Mesut ist ihr Held. Er hat mittlerweile Karim Benzema abgelöst."

Gelegentlich gibt’s aber Stress im Netz mit den Muslimen. Wenn Özil zum Beispiel ein Foto mit seiner Freundin Mandy Capristo vor einem geschmückten Tannenbaum postet. Dann gibt es schon mal einen Shitstorm von Muslimen, die dieses Symbol für das christliche Weihnachtsfest unpassend finden. Extrem kritische Kommentare gab es auch nach der Veröffentlichung eines Bildes am Valentinstag. Dieser wird von Muslimen nicht gefeiert.

happy valentine’s day, darling ♥

Posted by Mesut Özil on Friday, 14 February 2014

Auch wenn eine Weinflasche auf einem Geburtstagsfoto zu sehen ist, melden sich viele Glaubensbrüdern Özils mit kritischen Kommentaren. Aber "diesen Gegenwind muss er auch mal aushalten, wenn das Foto schön ist und man gemeinsam entscheidet, es zu veröffentlichen", meint Eitel.

Eigene WM-Strategie

Für die Fußball-WM 2014 in Brasilien entwickelte der gebürtige Schwarzwälder Eitel (Calmbach bei Bad Wildbad) eine eigene Strategie. Er ließ Özil mit sozialen Projekten vor Ort kooperieren und postete diese Aktionen auf Portugiesich. Das kam bei den Brasilianern hervorragend an. "Diese Geschichten haben uns in Brasilien 1,8 Millionen Follower mehr gebracht", berichtet Eitel. 

Die Zusammenarbeit zwischen Eitel und Özil ist eine Erfolgsgeschichte. Was 2012 mit 4,6 Millionen Facebook-Fans begann, endete 2015 mit 28,5 Millionen Followern. Bei Twitter hat der Deutsch-Türke mittlerweile 10,4 Millionen Fans. Der Marktwert des Profis ist dadurch erheblich gestiegen.

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Fußball

Top 10: Wer hat die meisten Facebook-Fans?

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Poster von ihnen tapezieren Kinderzimmer. Fußballspieler werden gefeiert wie Rockstars. Kein Wunder also, dass manche von ihnen sogar mehr Fans haben als berühmte Sänger oder Schauspieler. Doch welcher Spieler hat die meisten Facebook-Fans? Hier die Top10 der beliebtesten Fußballer auf Facebook!

Poster von ihnen tapezieren Kinderzimmer. Fußballspieler werden gefeiert wie Rockstars. Kein Wunder also, dass manche von ihnen sogar mehr Fans haben als berühmte Sänger oder Schauspieler. Doch welcher Spieler hat die meisten Facebook-Fans? Hier die Top10 der beliebtesten Fußballer auf Facebook!

Platz 10: Iker Casillas (FC Porto)
25 Millionen Fans

Platz 9: Wayne Rooney (Manchester United)
25,5 Millionen Fans

Platz 8: Andres Iniesta (FC Barcelona)
25,6 Millionen Fans

Platz 7: Mesut Özil (Arsenal London)
29,6 Millionen Fans

Platz 6: Kakà (Orlando City)
32,2 Millionen Fans

Platz 5: Ronaldinho (Fluminense Rio de Janeiro)
33,0 Millionen Fans

Platz 4: David Beckham (Karriereende)
54,2 Millionen Fans

Platz 3: Neymar Jr. (FC Barcelona)
55,3 Millionen Fans

Platz 2: Leo Messi (FC Barcelona)
83,2 Millionen Fans

Platz 1: Cristiano Ronaldo (Real Madrid)
109,6 Millionen Fans

Social Media Zahlen sind für alle Spieler beste Voraussetzung für kommende Vertragsverhandlungen – insbesondere mit einem Ausrüster.

Eitel weiß: "Wenn du heute als Profi zu Adidas, Puma oder Nike gehst, dann stellen die nicht mehr die Frage `Wie viele Tore schießt du?´, sondern sie fragen `Wie läuft's bei dir auf Facebook?´ Denn die Facebook-Fans sind die potenziellen Käufer der Produkte der Sportartikelhersteller".

Was läuft zwischen Özil und Barcelona?

2015 endete die Zusammenarbeit zwischen Eitel und Özil im "guten, gegenseitigen Einvernehmen". Trotzdem wird der selbständige Medienberater am Dienstag Abend mit großem Interesse den Auftritt seines ehemaligen Klienten im Emirates Stadium verfolgen. Womöglich kickt Özil mit Arsenal gegen seinen neuen Klub. Denn der FC Barcelona scheint großes Interesse an einer Verpflichtung des deutschen Weltmeisters zu haben. Obwohl dieser einen Vertrag bis 2018 bei Arsenal hat.

Eitel ist überzeugt: "Das könnte eine spannende Geschichte werden. Fußballerisch passt Mesut zu jeder Mannschaft und vor allem auch zum FC Barcelona. Spannend wird da nur sein, wie Real Madrid als ehemaliger Arbeitgeber reagiert..."

Spannend bleibt die Geschichte also auf jeden Fall.

Aktuell im SWR