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Fußball | Bundesliga Herzprobleme: Stevens tritt in Hoffenheim zurück

Huub Stevens (62) tritt aus gesundheitlichen Gründen als Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim zurück. Er habe die Entscheidung über Nacht getroffen, sagte der Niederländer.

Huub Stevens sagte auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz, Herzrhythmus-Störungen seien der Grund für seinen Rücktritt. Er habe sich bereits vor einigen Wochen an den Vereinsarzt von 1899 Hoffenheim gewandt. Am Montag hatte er sich dann in Heidelberg untersuchen lassen. Ob Stevens sich operieren lassen muss, sei noch offen. Am Mittwochmorgen um 10:00 Uhr hat Stevens den Verein über seinen Entschluss informiert.


Stevens sagte auf dem Vereinsgelände in Zuzenhausen: "Für den Abstiegskampf muss man topfit sein. Das Risiko ist zu groß." 1899 Hoffenheim brauche "einen Trainer, der 120 Prozent" bringen könne. Dazu sei er derzeit aber nicht in der Lage. "Da muss man auch ehrlich zu sich selbst sein", meinte Stevens.

Er habe nicht mehr so viele Jahre zu leben, diese wolle er aber wenigstens genießen. "Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, und natürlich bin ich traurig", sagte der sichtlich ergriffene Stevens. Die Entscheidung habe er erst in der Nacht gefällt.

Rosen spricht von einem "nachvollziehbaren Schritt"

Sportdirektor Alexander Rosen sprach von einem nachvollziehbaren Schritt, der die Vereinsführung sehr überrascht habe. Um 12:15 Uhr hatten Rosen und Stevens die Mannschaft informiert. Es sei ein "sehr emotionaler Moment" gewesen, meinte der Sportdirektor. Einzelne Spieler hätten Tränen in den Augen gehabt.

Nach Stevens' Rücktritt haben seine ehemaligen Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn die Mannschaft vorerst betreut. Die für Donnerstag anberaumte turnusmäßige Pressekonferenz vor dem wegweisenden Abstiegsduell bei Werder Bremen (Samstag, 15:30 Uhr) wurde abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Auf die Frage, ob 1899 Hoffenheim für die laufende Saison noch einen externen neuen Cheftrainer hole, antwortete Rosen: "Ich schließe zum jetzigen Zeitpunkt aus, dass ein neuer Trainer von außen kommt."

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Fußball | Bundesliga

Die Bundesliga-Trainer der TSG 1899 Hoffenheim

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Ralf Rangnick:
Der Schwabe war von Juli 2006 bis Januar 2011 Trainer der TSG 1899 Hoffenheim. Unter seiner Regie schafften die Kraichgauer den Durchmarsch von der damaligen Regionalliga Süd bis in die erste Liga. Höhepunkt war die Herbstmeisterschaft nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2008.

Ralf Rangnick:
Der Schwabe war von Juli 2006 bis Januar 2011 Trainer der TSG 1899 Hoffenheim. Unter seiner Regie schafften die Kraichgauer den Durchmarsch von der damaligen Regionalliga Süd bis in die erste Liga. Höhepunkt war die Herbstmeisterschaft nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2008.

Marco Pezzaiuoli:
Pezzaiuoli kam im Sommer 2010 als Co-Trainer von Ralf Rangnick zur TSG Hoffenheim. Nach dem Ausscheiden Rangnicks im Winter 2011 übernahm der gebürtige Mannheimer den Cheftrainerposten und war in 18 Spielen bis zum Saisonende für die TSG verantwortlich.

Holger Stanislawski:
Zur neuen Saison 2011/2012 heuerte der ehemalige St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski als Chef-Coach bei den Hoffenheimern an. Nach nur 24 Spielen und ausbleibenden Ergebnissen war für Stanislawski Schluss bei der TSG.

Markus Babbel:
Am 10.02.2012 übernahm Markus Babbel die Nachfolge von Holger Stanislawski. Babbel war bis zum 3.12.2012 für insgesamt 30 Spiele der Hoffenheimer verantwortlich.

Marco Kurz:
Zur Rückrunde der Saison 2012/2013 verpflichtete die TSG Marco Kurz als Trainer. Der gebürtige Stuttgarter war lediglich für zehn Spiele in der Verantwortung bei den Kraichgauern.

Markus Gisdol:
Der Geislinger folgte auf Kurz und stand bis zum Oktober 2015 in 96 Spielen an der Seitenlinie der Hoffenheimern. Unter Gisdol konnte 2013 in der Relegation der Abstieg in die Zweitklassigkeit verhindert werden.

Huub Stevens:
Nach erfolgreichen Rettungsversuchen beim VfB Stuttgart sollte Huub Stevens die Hoffenheimer vor dem Abstieg bewahren. Der Niederländer konnte in drei Monaten und zehn Spielen lediglich einen Sieg verbuchen. Am Mittwoch gab der Fußballlehrer seinen Rücktritt wegen Herzrhythmusstörungen bekannt.

Julian Nagelsmann:
Eigentlich hätte Julian Nagelsmann ab dem Sommer den Cheftrainerposten bei der TSG 1899 Hoffenheim übernehmen sollen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Huub Stevens übernimmt Nagelsmann das abstiegsbedrohte Team sofort. Der einstige Jugendtrainer der TSG ist damit jüngster Trainer der Bundesligahistorie.

Neuer Trainer im Kraichgau ist Julian Nagelsmann. Der einstige Jugendtrainer der TSG sollte ursprünglich erst im Sommer die Nachfolge von Huub Stevens auf dem Cheftrainerposten antreten. Das Problem: Nagelsmann (28) steckt bis Ende März noch in den Prüfungen zur Fußballlehrer-Lizenz in Hennef. Diese sollen aber jetzt womöglich umgelegt werden. Nagelsmann hatte bereits vor einigen Monaten einen Vertrag als Cheftrainer bis 2019 unterschrieben.

Schwierige Mission in Hoffenheim

Huub Stevens hatte Ende Oktober die Nachfolge des entlassenen Markus Gisdol angetreten. In zehn Partien unter der Regie des Niederländers, der ohnehin nur bis zum Ende der Saison als Feuerwehrmann arbeiten wollte, verbuchten die Hoffenheimer lediglich einen Sieg und nur acht Zähler. Den jüngsten Tiefpunkt hatte die TSG am vergangenen Sonntag erlebt, als das Heimspiel gegen den Aufsteiger und direkten Konkurrenten Darmstadt 98 mit 0:2 verloren wurde.

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