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Dortmunds Fans halten ihre Schals in die Höhe und singen «You never walk alone» für einen Fan, der während des Spiels an einem Herzinfarkt gestorben war.

Fußball | Bundesliga Mainzer und Dortmunder Fans in Trauer vereint

Der Tod eines Zuschauers hat das 0:2 von Mainz 05 bei Borussia Dortmund überschattet. Die Fan-Gruppen beider Mannschaften reagierten auf ihre Weise und zeigten Mitgefühl.

Die Spieler des FSV Mainz 05 nach der 0:2 Niederlage im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund. Nach zwei Herzinfarkten und einem Toten war das Ergebnis jedoch nur noch Nebensache

Nach dem Spiel war das Ergebnis nur noch Nebensache

Als sich die Nachrichten im Stadion herumgesprochen hatte, wurde es still. Auch die Mainzer Fans rollten ihre Banner ein und verzichteten auf weitere Gesänge. Kurz vor dem Abpfiff erhoben sich die 81.000 Zuschauer von ihren Sitzen und stimmten die Hymne "You'll never walk alone" an. Alle Spieler standen später Arm in Arm vor der Südtribüne, einige hatten Tränen in den Augen.

BVB-Präsident Reinhard Rauball brachte seinen "unfassbaren Respekt" vor dem Verhalten der Fans im Stadion zum Ausdruck: "Ich kann allen Fans, die das hier demonstriert haben, nur ein tolles Kompliment machen. Ich ziehe da auch den Hut vor den Mainzern, die sich ausnahmslos in die Reihe der Trauernden eingeschlossen und den verbalen Support eingestellt haben."

Auch einen Tag nach dem Spiel war der Mainzer Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger noch sichtlich bewegt.



Stadionsprecher Norbert Dickel hatte die Zuschauer unmittelbar nach dem Schlusspfiff über den Tod des Zuschauers informiert, bei dem es sich um einen 79-jährigen Mann handeln soll. Alle Versuche der Notärzte, ihn zu reanimieren, waren vergeblich. Dagegen konnte ein 55 Jahre alter Stadion-Besucher erfolgreich reanimiert werden. Sein Zustand ist laut Dickel mittlerweile stabil.

Keine Auswirkungen auf das Spiel


Auf das Spiel hatten die Ereignisse auf der Tribüne jedoch keinerlei Einfluss. Spieler und Trainer hatten erst nach dem Abpfiff davon mitbekommen und sich während des Spiels nur ab und an über die sonderbare Atmosphäre gewundert. Ansonsten konnten sie sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren.

Mainz-Trainer Martin Schmidt musste den rot-gesperrten Giulio Donati ersetzen. Für ihn brachte er Daniel Brosinski. Der ehemalige Mainzer Trainer und heutige Dortmund-Coach baute seine Elf auf vier Postionen um: Neu ins Team rückten Torhüter Roman Bürki und Nuri Sahin, der Japaner Kagawa nutzte seine neue Bewährungschance. Nach dreiwöchiger Verletzungspause war auch Innenverteidiger Sokratis wieder dabei.

30 Minutenhielt die Abwehr dicht

Mainz spielte lange Zeit gut mit, machte die Räume eng und hatte die hochgelobte Dortmunder Offensive 30 Minuten lang ganz gut im Griff. Aber eben nur 30 Minuten lang. Dann nutzte Marco Reus den ersten Fehler der Mainzer Abwehr und schoss Dortmund in Führung.

Genau davor hatte Mainz-05-Trainer Martin Schmidt gewarnt.


Mit dem 0:1 aus Mainzer Sicht ging es auch in die Pause. Danach hatte die Mainzer Viererkette deutlich mehr Probleme mit den Dortmunder Stürmern. So musste der Mainzer Kepper Loris Karius innerhalb von 60 Sekunden gleich dreimal gegen Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (51./52.) retten. Auch danach gingen Aubameyang, Reus und Henrikh Mkhitaryan höchst fahrlässig mit hochkarätigen Chancen um.

Mainz bleibt auf Europa-Kurs

Doch in der 73. Minute konnte auch der herausragende Karius nichts mehr ausrichten, als der Japaner Shinji Kagawa die Dortmunder Führung ausbaute. Nach dem Spiel der Ärger über die Niederlage bei Karius deutlich größer, als die Freude über die eigene Leistung.

Favoritenschreck Mainz hatte neben Rekordmeister FC Bayern auch schon Mönchengladbach, Leverkusen und Schalke geschlagen. Doch in Dortmund konnten die Rheinhessen noch nie gewinnen - den bis dato letzten Punkt nahm der FSV beim 1:1 vor fünf Jahren mit. Mainz ist nach dem 26. Spieltag Tabellen-Sechster. Dortmund wahrte seinen Fünf-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München .

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