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Fußball | 1. FC Kaiserslautern Tayfun Korkut - der Mut-Macher

Einen so deutlichen Sieg gab es auf dem Betzenberg zuletzt im Oktober 2015. Das 3:0 gegen Dresden am Mittwoch war deshalb ein Fest für die Fans, aber auch eine große Erlösung für Trainer Korkut.

Tayfun Korkut

Versucht immer wieder seine Spieler von der Seitenlinie aus zu bestärken: Tayfun Korkut

"Endlich, endlich," schrie Tayfun Korkut Richtung Jacques Zoua. Das 1:0 in der 16. Minute war eine sichtliche Erlösung für den FCK-Trainer. Der Torschütze bedankte sich bei seinem Trainer, indem er über den halben Platz lief, um Korkut in die Arme zu fallen. Die Beziehung Trainer-Mannschaft scheint zu stimmen beim FCK. Allen Widrigkeiten zum Trotz. Auch gegen Dresden hatte es nicht gut angefangen. Zoltan Stieber und Jacque Zoua ließen in den ersten Minuten zwei hundertprozentige Chancen liegen.

Doch Korkut tat das, was er immer tut: positiv bleiben, seine Mannschaft antreiben. An der Seitenlinie lief er auf und ab, klatschte in die Hände, gab Anweisungen. Und dieses Mal konnte sein Team das Geforderte umsetzen. Die Roten Teufel machten ihr bestes Saisonspiel. Sie spielten mutig nach vorne und kamen immer wieder zu guten Chancen, Aufsteiger Dresden dagegen war überfordert. 3:0 endete das Heimspiel auf dem Betzenberg. Die emotionalen Lauterer Fans hatten endlich wieder Grund zu feiern.

"Das wird uns einen Schub geben"

Auch dem Trainer tat der erste Dreier richtig gut: "Es war nicht einfach in den letzten Wochen. Wir haben das jetzt gebraucht. Das wird uns einen Schub geben", sagte der gebürtige Stuttgarter nach der Partie. "Wir waren richtig hartnäckig und haben kein Gegentor bekommen. Das war richtig gut."

In den vergangenen Wochen musste Korkut vieles sein für seinen neuen Verein: Motivator, Kummerkasten, Krankenschwester, Pressesprecher, Fanbeauftragter. Zwei Punkte aus fünf Spielen, dazu das Aus im Pokal, so hatte sich niemand in der Pfalz den Neustart vorgestellt.

Sebastian Kerk

Kam im August aus Freiburg zum FCK und feierte gegen Dresden sein Pflichtspieldebüt: Sebastian Kerk (l.)

Die Suche nach Stabilität

Korkut blieb trotz des Fehlstarts ruhig, wies immer wieder auf die lange Verletztenliste im FCK-Kader hin. Vor allem die Neuen wie Chrístoph Moritz, Sebastian Kerk, Ewerton, Jacques Zoua oder Mensur Mujdza seien verletzt oder bräuchten noch Zeit, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen: "Im Sommer haben wir die Qualität bekommen, die wir uns leisten konnten", betonte Korkut zuletzt, ohne FCK-Sportdirektor Uwe Stöver einen Vorwurf zu machen. Der ein oder andere habe noch Nachholbedarf, aber das "wussten wir alles".

Deshalb will 42-Jährige nach seinem ersten Pflichtspielsieg auch nicht euphorisch werden und analysiert weiter sachlich: "Die Mannschaft wird wachsen. Wir werden jetzt nicht alles schön reden. Wir müssen an unsere Grenzen gehen, das haben wir gegen Dresden gemacht. Aber wir sind noch nicht stabil. Das wird noch dauern."

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Schritt für Schritt

Dass Korkut auch mit dem Rücken zur Wand erfolgreich arbeiten kann, bewies der Deutsch-Türke bereits als Trainer in Hannover. In der Saison 2013/14 sicherte er den abstiegsbedrohten Niedersachsen den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Saison wurde er aber nach 13 sieglosen Spielen entlassen.

In Kaiserslautern "wird es nicht einfach werden". Das wusste Korkut schon bevor er in die Pfalz kam. Bei seiner Vorstellung am 15. Juni sagte er: "Es gibt hier einen hohen Anspruch, damit müssen wir leben. Aber das Projekt muss erst mal anlaufen. Wir müssen mit kleinen Schritten anfangen." Der Sieg gegen Dresden war einer dieser kleinen Schritte. Jetzt soll am Samstag in Heidenheim der nächste folgen.

Tayfun Korkut begann seine Profi-Karriere bei den Stuttgarter Kickers. Danach war er vor allem in der Türkei und Spanien als Spieler aktiv. Als Trainer arbeitete der 42-Jährige unter anderem für die Nachwuchsabteilungen des VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim. Im Profibereich rettete er Hannover 2014 vor dem Abstieg aus der Bundesliga. In der darauffolgenden Saison wurde Korkut aber nach 13 sieglosen Spielen im Frühjahr 2015 entlassen. Danach hatte er keinen Trainerjob mehr.

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