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Formel 1 | Mercedes Toto Wolff: "Wehrlein gehört die Zukunft"

Mercedes hat bei den ersten Formel 1-Tests einen starken Eindruck hinterlassen. Im SWR-Interview lobt Motorsport-Chef Toto Wolff seine Piloten Hamilton und Rosberg und spricht über Neuling Pascal Wehrlein.

Toto Wolff

Mercedes Motorsport-Chef Toto Wolff hält große Stücke auf Pascal Wehrlein

Welchen Eindruck haben Sie nach den Testfahrten von Barcelona vom neuen W07-Silberpfeil?

Das Auto ist zuverlässig. Wir haben eine Menge Grand-Prix-Distanzen hinter uns gebracht. Um die Performance, also die Schnelligkeit, geht es noch nicht. Das werden wir im zweiten Test (1.-4. März) dann machen. Jetzt geht es erst mal darum, die Daten zu sammeln.

Nico Rosberg hat angekündigt, er wolle dieses Jahr zu "seinem Jahr" machen. Was denken Sie über diese Ansage?

Ich bin froh darüber. Der Wettkampf der beiden (Weltmeister Lewis Hamilton und Vize-Weltmeister Nico Rosberg, d.R.) macht das Auto schneller. Im vergangenen Jahr hatte Nico gegen Ende der Saison einen richtig guten Lauf gehabt. Er fühlt sich mit dem Auto wohl. Das ist eine gute Nachricht für uns.

Wie gehen Sie mit der Dauer-Rivalität zwischen ihren Piloten um?

Wir sind uns bewusst, dass die Rivalität der beiden nicht immer leicht ist für uns. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen. Es wird immer alles hochgekocht. Die beiden sind unglaublich professionell. Das hat im Team noch keine Wellen geschlagen. Beide sind auf einem hohen Niveau. Das kann wieder ganz spannend werden.

Pascal Wehrlein aus Sigmaringen bestreitet seine erste Formel 1-Saison beim britischen Rennstall Manor. Was erwarten Sie von ihm?

Der Österreicher Torger Christian "Toto" Wolff war von 1992 Rennfahrer in der Formel Ford und in der FIA-GT-Klasse. Nach seiner Karriere gründete er eine Investment-Firma und ist seit 2013 Miteigentümer von Mercedes GP und Motorsportchef bei Mercedes.

Ich kenne Pascal schon, seit er 14 ist. Wir halten große Stücke auf ihn - er war ja Testfahrer bei uns. Er hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Jetzt haben wir ihn ins kalte Wasser geworfen. In ein kleines Team mit großen Ambitionen. Er ist in seinem ersten Formel-1-Jahr schon der Teamleader. Da muss er jetzt lernen. Ich hoffe, dass er sich weiter so entwickeln wird, dass er eines Tages auch für uns in Frage kommt.

Sie sehen ihn schon bald als Silberpfeil-Pilot?

Er ist auf jeden Fall eine Option für die Zukunft. Aber im Moment fühlen wir uns mit Lewis und Nico wohl. Und wir haben auch nicht vor, sie auszutauschen. Aber einem Piloten wie Pascal gehört definitiv die Zukunft.

Fernando Alonso hat in Barcelona über Mercedes gesagt: "Wenn die mal die Sau rauslassen, werden sie noch stärker sein als 2015". Was erwarten Sie selbst in diesem Jahr von Ihrem Team?

Wir haben uns selbst die Latte hochgelegt mit den Erfolgen in den letzten Jahren. Aber wir müssen realistisch sein. Solch ein Jahr lässt sich nicht immer wiederholen. Wir tun also so, als hätte es das letzte Jahr nicht gegeben. Alle Punkte sind zurück auf null. Aber ich hoffe, wir werden ein ähnlich gutes Jahr erleben.

Die Fragen stellte Harry Kiner

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