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DFB-Pokal | VfB Stuttgart - Dortmund Kevin Großkreutz – Wiedersehen macht Freude

Kevin Großkreutz (VfB Stuttgart), muss am Dienstag erstmals gegen seine "große Liebe" Borussia Dortmund antreten. Der 27-jährige betont: "Auf dem Platz kenne ich keine Freunde."

Torjubel Filip Kostic (VfB Stuttgart) Kevin Grosskreutz (VfB Stuttgart) Tor zum 1:3 Georg Niedermeier (VfB Stuttgart) beim Bundesliga Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart am 06.02.2016

Kevin Großkreutz freut sich auf ein Wiedersehen mit seinen Freunden von Borussia Dortmund

Er lümmelt sich entspannt in seinen roten Stuhl. Kevin Großkreutz scheint gut gelaunt beim Interviewtermin im Vereinsheim des VfB Stuttgart. Man nimmt ihm seine Vorfreude auf das Pokalspiel am Dienstag gegen seinen ehemaligen Herzensklub Borussia Dortmund sofort ab. "Ich brenne drauf", sagt er im Gespräch mit dem SWR.

Großkreutz ist ein Kind des Ruhrpotts, ein Dortmunder Jung. Er wuchs im Stadtteil Eving auf, mit sieben kaufte er sich seine erste BVB-Dauerkarte. Er spielte in der Jugend der Westfalen und später sechs Jahre als Profi beim BVB. 236 Pflichtspiele rackerte er für die Borussia. Zwei Mal wurde er mit Dortmund Deutscher Meister, 2014 kehrte der Nationalspieler als Weltmeister zurück in den Pott.

Die Dortmunder Skyline hat er auf seine Haut tätowieren lassen. "Dortmund wird immer meine Heimat bleiben". Auch wenn er sich in Stuttgart mittlerweile richtig wohl fühlt ("Die Menschen hier sind sehr höflich") – den Fernsehturm wird er nicht auch noch auf seinem Körper verewigen.

Eltern im Stadion

Am Dienstagabend spielt er zum ersten Mal gegen seine ehemaligen Kollegen. Großkreutz haut die üblichen Sprüche raus. Er spricht von einem "besonderen Spiel" und davon, dass er "auf dem Platz keine Freunde" kenne.

Mats Hummels hat am Wochenende versucht, sich in Kevin Großkreutz hineinzudenken. "Das wird ein sehr seltsames Gefühl - für ihn, für uns und auch für die Fans", meinte der BVB-Kapitän. Auch für BVB-Sportdirektor Michael Zorc ist es ein komisches Gefühl, Großkreutz im Stuttgart-Trikot zu sehen. Zorc ist jedoch überzeugt, dass Großkreutz tief im inneren seines Herzens auf Ewig Dortmunder bleiben wird.


Auch für die Eltern wird das kein einfaches Spiel: Vater Martin und Mutter Pia, eingefleischte BVB-Fans, werden unter den 10.000 Dortmunder Fans in der Stuttgarter Arena dabeisein. Großkreutz: "Sie werden im Stadion abgehen." Und natürlich zu ihrem Sohn halten.

Zu seinen Ex-Kollegen Marco Reus, Shinji Kagawa, Marcel Schmelzer und Pierre-Emerick Aubameyang habe immer noch engen Kontakt. Großkreutz: "Bis zum Anpfiff werden sicherlich noch ein paar Nachrichten hin- und hergeschickt, da kann man sich noch ein bisschen pushen. Auf dem Platz kenne ich aber keine Freunde. Ich werde keine Grätsche weniger machen."

Serie soll fortgesetzt werden

Gegen seinen alten Verein will Großkreutz die VfB-Siegesserie der vergangenen Wochen ausbauen. Drei BL-Spiele, drei Siege für die Schwaben und Kevin Großkreutz. Zuletzt ein überzeugender . Der sportliche Neubeginn nach seinem missratenen Ausflug zu Galatasaray Istanbul ("Ich wollte unbedingt in die Bundesliga zurück.") ist somit geglückt.

Der sechsmalige Nationalspieler hat sich unter Trainer Jürgen Kramny gleich einen Stammplatz gekrallt. Seine Vorstellungen auf der rechten Seite der Abwehrkette waren bisher überzeugend – sehr zum Leidwesen von Florian Klein, der seither die Ersatzbank drücken muss.

Dortmund als Favorit

Am Dienstag sieht Großkreutz seinen Ex-Klub eindeutig in der Favoritenrolle. "Dortmund hat ein Weltklasseteam. Nicht umsonst sind sie Zweiter in der Liga", sagte er. Dennoch räumt der Defensivmann seinem neuen Team am Dienstag (20.30 Uhr/live im Ersten) gewisse Chancen ein. "Wir wollen den BVB ärgern. Man kann einen Favoriten in einem Spiel schlagen", sagt er.

Und schickt sein gut gelauntes, spitzbübisches Lächeln hinterher.

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