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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Reine Nervensache -
Leben mit einer unheilbaren Krankheit

23:30 - 1:00 Uhr | Über sich selbst wollte er nie einen Film machen. Ursprünglich hatte er eine Reportage über die neurologische Klinik Selzer in Schönmünzach im Schwarzwald geplant. Dazu kommt es nicht. Stattdessen soll er für den Südwestrundfunk (SWR) eine Dokumentation über sein Leben als Journalist und Schwerstbehinderter drehen. Nach anfänglichen Bedenken stimmt Michael Dittrich zu: "Menschen Optimismus geben, denen es auch nicht gut geht - wenn mir das mit diesem Film gelingt, dann ist das ne ganze Menge." 1993 erkrankt Dittrich an einer chronischen Entzündung des Zentralen Nervensystems und ist seit 2007 komplett bewegungsunfähig. Woher die Krankheit kommt, warum sie einen derartigen Verlauf nimmt, bleibt bis heute ungeklärt. Dittrich, Jahrgang 1957, langjähriger Moderator und Redakteur beim SWR, ist komplett auf Hilfe angewiesen - rund um die Uhr. Wechselnde Pfleger und schwierige Verständigung - tagtäglich kämpft er mit "reinen Nervensachen", verbunden mit existenziellen Fragen: "Wie lange kann ich noch arbeiten? Wie lange kann ich noch zuhause leben?"
In der 90-minütigen Dokumentation geht es um Stationen in Dittrichs Biographie, um Träume und Wünsche, um Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, um Hoffnungen und Enttäuschungen, um Freundschaft und Erinnerung, um die Liebe zur Arbeit und um Borussia Dortmund, den Lieblingsverein. Der Film handelt aber auch von Menschen, die ebenfalls vom Schicksal schwer getroffen sind, wie Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, die an einer primär chronisch progredienten Multiplen Sklerose leidet. Oder Rollstuhl-Fechterin Simone Briese-Baetke, die ehemalige Schweizer Eiskunstläuferin Beatrice Renz und Handball-Weltmeister Arnulf Meffle, der eine Knochenmarkspende erhalten hat. Der Film beschreibt, warum Dittrich ist, wie er ist - mal ernst, mal augenzwinkernd, immer optimistisch. Mit journalistischer Neugier, Humor und offener Bereitschaft, das eigene Leben von allen Seiten zu betrachten, versucht der Autor zu ergründen, was ihm Kraft gibt und liefert dabei gleichzeitig ein sensibles Plädoyer für den Erhalt von Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.weniger
Über sich selbst wollte er nie einen Film machen. Ursprünglich hatte er eine Reportage über die neurologische Klinik Selzer in Schönmünzach im Schwarzwald ...mehr

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