Der Weg ist das Ziel
Sendung vom Samstag, 11.2. | 6.00 Uhr | SWR Fernsehen
Timbuktu - ein Klang, ein Name, der für die verschiedensten Vorstellungen und Hoffnungen steht, die man sich von einem Ort machen kann. Mehr eine Fata Morgana für die vorbeiziehenden Karawanen aus der Sahara als eine reale Stadt.
Zentrum islamischer Gelehrsamkeit - so zumindest stellte sich Timbuktu den Menschen des 19. Jahrhunderts dar, als nach Timbuktu zu gelangen noch ein gefährliches Abenteuer war. Einer, der diesen mythischen Ort in die Realität holte, war Heinrich Barth. Zwei Jahre lebte der deutsche Afrikaforscher in der Stadt, beschrieb die Leute in dem riesigen
Haufen von Lehmwürfeln, die uralten Moscheen - ebenfalls aus Lehm und heute der Grund, dass Timbuktu Welterbe ist.
Seit dieser Zeit hat sich in Timbuktu äußerlich nicht viel geändert. Eine Stadt in der Wüste und scheinbar aus Sand gebaut. Die Bewohner beleben das allgemeine Lehmbraun mit ihrer bunten Kleidung. Die Nahrungsmittel werden über hunderte Kilometer auf dem Niger herbeigeschifft, und es ist nach wie vor ein Abenteuer, nach Timbuktu zu gelangen.
Die Lehm-Moscheen bestimmen immer noch das Stadtbild, wenn nicht Sandstürme alles begraben. Die islamische Universität hat allerdings nicht mehr die Bedeutung früherer Jahrhunderte, und heute ist man stolz auf den ungläubigen Forscher Heinrich Barth, der die traumhafte Stadt der realen Welt öffnete.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: 3 große Moscheen aus dem 14. und 15. Jh. und 16 Friedhöfe und Mausoleen aus Lehm, bedroht vom Sand
UNESCO-Ernennung: 1988
um 1000
Erste Erwähnung als Tuareglager in arabischen Chroniken
1327
Erbauung der Großen Moschee (Djingereyber), später folgen die Sankore und die Sid Yahiya Moschee
14.-16. Jh.
Religiöses und wirtschaftliches Zentrum für die westliche Sahelzone
1856/26
Der Brite Alexander Gordon Laing erreicht Timbuktu und wird als Ungläubiger erschlagen
1828
Der französische Schuster René Caillé verbringt 11 Tage in Timbuktu
1853/54
Aufenthalt des deutschen Forschungsreisenden Heinrich Barth
1894
Franzosen erobern die Stadt
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Letzte Änderung am: 23.06.2010, 16.38 Uhr