Schätze der Welt - Erbe der Menschheit vom Dienstag, 13.9.2011 | 13.15 Uhr | 3sat
Mit seinem Roman "Robinson Crusoe" hat der englische Schriftsteller die Fantasien über Inseln bis in die heutige Zeit geprägt. In unseren Träumen ist eine Insel der Ort der Wünsche und Phantasien. Eine Insel im tobenden Meer ist immer auch ein Fluchtpunkt auf den man sich zurück ziehen kann, um für den Alltag neue Kräfte zu sammeln. Inseln sind aber immer auch strategische Plätze die in der Geschichte des Kolonialismus eine große Rolle spielten. Auch auf der UNESCO Liste des Welterbes finden sich zahlreiche Inseln. Einen ganzen Nachmittag bereist 3sat die unterschiedlichsten Inseln.

Äolische Vulkaninseln
Graugelber Schwefelschlamm, giftige Dämpfe und schwarze Asche - es brodelt im Tyrrhenischen Meer. Wo sich die Kontinentalplatte Afrikas unter die eurasische schiebt, entstand Vulkanismus. Vor der Nordküste Siziliens liegen die Äolischen Inseln. Wo der Windgott Aeolus seinen Wohnsitz hatte und Vulcanus, der Gott des Feuers hauste, forschen heute Geowissenschaftler, Archäologen und Biologen.
Die Region am Rande Europas, die seit alters her als besonders schön, fruchtbar und gefährlich gilt, wird heute von Touristen neu entdeckt. Ob mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug: Wer nach Ibiza reist, der sieht als erstes die mächtige Akropolis von Eivissa, der Inselhauptstadt. Die Festungsanlage ist die älteste Europas. Mit Mauern bis zu zwanzig Metern Höhe und bis zu drei Metern Breite, im 16. Jahrhundert erbaut, gilt sie als stilbildend für das Verteidigungskonzept der Renaissance.
Die Azoren, neun Inseln im tosenden Meer. In ihrem Inneren brodelt und dampft es. Vulkanausbrüche, Erdbeben... - und doch machen sich mutige Menschen auf, die Eilande zu besiedeln. Angra do Heroismo auf der Insel Terceira hält über 300 Jahre eine Schlüsselrolle als Knotenpunkt zwischen drei Kontinenten, als Versorgungshafen für die Entdecker, als Zwischenstation für Schätze beladene Karavellen, als hochmoderne Stadt des 16. Jahrhunderts.
Was mag die Franzosen nur bewogen haben, 1659 einen Sandhaufen zu besiedeln, ein Sandhaufen, der nichts Nützliches hergab. Keine Bäume, keine Kräuter, kein Gemüse. 92.000 Taler und wahrscheinlich ein paar Fässer Branntwein zahlten die Franzosen für das 300 mal 2500 Meter schmale Handtuch in der Mündung des Senegal Flusses. Ile Saint Louis wurde ihr Ankerplatz, ihre Bastion auf der Handelsroute Indien - Südamerika.
Letzte Änderung am: 17.10.2011, 10.51 Uhr