Grenzstein der Welt
Sendung vom Sonntag, 1.12.2002 | 22.15 Uhr | 3sat
Von den unzähligen Inselklöstern in Irland ist das Kloster auf Skellig Michael sicher das Außergewöhnlichste. Es ist eher eine Mönchssiedlung und veranschaulicht, wie spartanisch die frühchristlichen Mönche vom 7. bis ins 12. Jahrhundert hier gelebt haben müssen.

Blick von Skellig Michael auf Nachbarinsel
Sie waren Iroschotten und als Wandermönche bekannt. Rund zwölf Kilometer vor der Küste der Iveragh-Halbinsel im Südwesten Irlands, auf einer von zwei pyramidenförmigen Felseninseln haben sich die Mönche angesiedelt, sozusagen am Ende der Welt, um Gott näher zu sein.
Treppen mit rund 700 in den Fels gebauten Steinstufen führen zu den sechs bienenkorbartigen Mönchszellen, den zwei Gebetshäusern mit Hochkreuzen und einem kleinen Friedhof.
Diese Klosteranlage wurde 1996 auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gesetzt. Faszinierend ist die Gesamtheit dieses Ortes mit den beiden Felseninseln, eine "Stätte, deren Magie weit aus Raum und Zeit, weit aus unserer Welt hinausführt.", sagte der irische Dichter George Bernard Shaw darüber. Die kleinere der beiden Skelligs, Little Skellig, ist Vogelschutzgebiet mit einer der größten Basstölpel-Kolonien der Erde. Geschätzte zwanzig- bis fünfundzwanzigtausend Paare brüten auf dem etwa 10 Hektar großen Felsen. Kein Mensch lebt auf Skellig Michael, der Leuchtturm ist seit Jahrzehnten nicht mehr besetzt. Während der Sommermonate sind einzelne Bauarbeiter mit Restaurationsarbeiten und Reparaturen der winterlichen Sturmschäden beschäftigt. Die Boote fahren nur zu den Skelligs, wenn es sicher ist, dass dort angelegt werden kann. Wind und Seegang sind unberechenbar, nur erfahrene Skipper fahren dahin "Wo der Himmel ins Meer taucht!", wie die Iren sagen.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: frühmittelalterliche Klostersiedlung auf der Felsinsel Skellig Michael, 12 km vor der Südwest-Küste Irlands
UNESCO-Ernennung: 1996
7.Jh.
Gründung der Klostersiedlung St. Fionán durch christliche Eremiten
9.Jh.
Errichtung der bienenkorbartigen Mönchszellen und zweier steinerner bootsförmiger Betzellen in Trockenmauerwerk
11.Jh.
Errichtung der Klosterkirche St. Michael
12.Jh.
Aufgabe der Mönchssiedlung
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Letzte Änderung am: 23.06.2010, 16.38 Uhr