Land der Batammariba
Sendung vom Samstag, 5.2.2011 | 13.50 Uhr | SWR Fernsehen
Koutammakou, das Land der Batammariba ist eines der letzten Beispiele für eine afrikanische Gesellschaft, die noch im Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Menschen und der Natur wirtschaftet. Koutammakou ist lebendiges Kulturerbe.
Fünfhundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Lomé, im Grenzgebiet zu Benin, hat das togoische Volk der 'Tamberma', dank geografischer Isolation in den Atacorabergen, seine jahrtausendealten Traditionen gegen die Einflüsse der modernen Welt schützen können.

Von Generation zu Generation werden Geschichten mündlich überliefert
'Takienta', eine trutzige Lehmburg, ist ökonomischer und religiöser Mittelpunkt einer Großfamilie. Sie ist umgeben von teilweise übermannshohen Ahnenaltären, die als 'Hauswächter' die Lebenden beschützen, von diesen aber auch durch entsprechende Opfergaben wohlgesonnen gestimmt werden müssen. Gleich hinter dem, zwischen riesigen Baobabbäumen gelegenen Dorf, beginnt der heilige Wald. Es ist der Ort für die Initiationsriten der jungen Männer. Stapel aus hunderten frischer Holzstäbe bezeugen, dass die Bräuche heute noch gefeiert werden.
Holz und Lehm spielen eine zentrale Rolle im Leben der Batammariba. Aus der Erde wächst das Leben, sie ist der Ort für die Toten. In dem Material Lehm sind die Ahnen allgegenwärtig, aus ihm bauen die Tamberma ihre Häuser und ihre Altäre. Im Wissen um diese Zusammenhänge liegt ihr harmonischer Umgang mit der Natur begründet.
Es ist eine einmalige Chance, die der Film nutzt, den Alltag in dem wenige Familien großen Dorf 'Basamba' zu erleben, an dem sich seit Jahrhunderten kaum etwas verändert hat. Während die Männer die Ernte vor den Stürmen der aufziehenden Regenzeit in die Vorratstürme in Sicherheit bringen, brauen die Frauen im Hof das traditionelle Hirsebier. Bevor es getrunken werden darf, opfern sie einen Teil davon auf den Altären der Ahnen. Welcher Vorfahre gnädig zu stimmen ist, wird mit dem Holz-Stab-Orakel ermittelt.
Neue Lehmturmburgen werden in Koutammakou kaum mehr gebaut. Dafür zeigt der Film die Reparatur eines dieser aufwendig konstruierten Häuser. Nur fünfzehn Zentimeter hoch kann jeden Tag gemauert werden, dann muss der Lehm trocknen. Erst die Imprägnierung mit frischem Kuhdung macht die Mauer wetterfest.
In der Kühle des Abends sitzt die ganze Familie oben auf der Terrasse ihrer turmbewehrten Burg. Der Clanchef erzählt die Geschichte, wie die Batammariba einst auf die Erde kamen.
Kulturdenkmal: Koutammakou
Unesco-Ernennung: 2004
16./18.Jhd.
Irgendwann in dieser Zeitpanne sind die Batammariba von Burkina Faso in das heutige Koutammakou, einer 50.000 Hektar großen Kulturlandschaft in Togo und Benin, migriert.
Kultur und Gesellschaft
Die aus Lehm erbauten Turmhäuser spiegeln die soziale Strukturen der Batammariba wider; die Häuser haben für die Batammariba auch symbolischen Charakter: die Tür ist der Mund, die Fenster sind die Augen, der Getreidespeicher ist der Bauch; die Batammaria Dörfer sind aus Clan-Allianzen hervorgegangen.
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Ein Film von Rüdiger Lorenz und Faranak Djalali
Letzte Änderung am: 12.04.2011, 12.13 Uhr