Vom Glanz eines goldenen Zeitalters, Niederlande
Sendung am Samstag, 9.6. | 10.45 Uhr | SWR Fernsehen
Prächtige Giebelhäuser, steinerne Brücken, ein raffiniertes System von größeren und kleineren Wasserstraßen. Amsterdam - das Venedig des Nordens. In einem weiten Halbkreis umschließt der Grachtengürtel mit seinen drei Hauptkanälen die Altstadt im Süden und Westen. Das Ensemble gilt als städtebauliches und architektonisches Gesamtkunstwerk aus dem 17. Jahrhundert und wurde 2010 zum Unesco-Welterbe ernannt.

Die Grachten hatten verschiedene Aufgaben. Militärisch waren sie Teil der Stadtverteidigung.
Der Grachtengürtel - Zeugnis von Glanz und Gloria des goldenen Zeitalters der Niederlande. 1602 schlossen sich Amsterdamer Kaufleute zur Niederländischen Ostindienkompanie zusammen, später folgte die Westindienkompanie. Und sie begründeten damit ein Wirtschaftsimperium. Das kleine Holland war Ende des 16. Jahrhunderts zur führenden Seehandelsnation der Welt aufgestiegen. Das Geschäft mit Kolonialwaren florierte, brachte Reichtum in die niederländische Seemetropole. Wirtschaftlicher Erfolg, die Freiheit von Religion und Wissenschaft, ein modernes, aufgeklärtes Bürgertum. Von weither zog es Kaufleute, Gelehrte, Künstler und Handwerker in die Hafenstadt.
Amsterdam wurde zur Boom-Town, seine Einwohnerzahl explodierte. Um Platz für Handelskontore und Wohnhäuser zu schaffen, wurden Sumpfgebiete trockengelegt, hunderttausende Holzpfähle als Fundamente in den Sand gerammt. Es entstanden die großen drei Kanäle Herengracht, Prinsengracht und Keizergracht, verbunden durch eine Vielzahl kleiner Nebenkanäle. Wohlhabende Bürger leisteten sich luxuriöse Giebelhäuser mit prachtvollen Salons und barocken Gärten. Und noch immer ist der Grachtengürtel eine der beliebtesten Wohnadressen der reichen Amsterdamer. Exklusivste Adresse war und ist ein Abschnitt in der Herengracht - die Gouden Bocht - die goldene Bucht. Heute residieren dort in den Stadtpalästen Versicherungen, Banken und Anwaltskanzleien.
Daten & Fakten
Kulturerbe: Grachtengürtel von Amsterdam aus dem 17. Jahrhundert innerhalb der Singelgracht
Unesco-Ernennung: 01.08.2010
17. Jhd.
Erweiterung der Stadtanlagen Amsterdams durch Baubeginn der Grachten
1612:
Beginn der Bauarbeiten der Grachten, die ca. 40 Jahre dauerten
17. Jhd.
Es entstehen vornehme Stadtpaläste entlang der Grachten, insbesondere rund um den Koningsplein
19. und 20. Jhd.
ca. 70 Grachten werden zugeschüttet, teils weil sie versandeten oder eine gesundheitliche Gefahr für die Bewohner darstellten
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Ein Film von Willy Meyer
Letzte Änderung am: 04.01.2012, 15.28 Uhr