Ruinenstadt an der Seidenstraße
Sendung vom Dienstag, 7.2. | 21.45 Uhr | 3sat
Inmitten der Wüste Karakum in Turkmenistan speist der Fluss Murghab eine große Oase. In ihr wuchs ab dem 6. Jh.v.Chr. eine Weltstadt heran, die im Mittelalter viele hunderttausend Einwohner zählte: Merv.

Kyz Kala Palast
Legendär reich war die Oasenstadt, ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße, ein geistiges Zentrum der islamischen Welt. Merv erreichte seine Blütezeit im 11. und 12. Jahrhundert als östliche Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, kurz bevor die Stadt auf grausame Weise unterging.
Erbaut war Merv ganz aus Lehm. Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten: die massiven Stadtmauern, Palastbauten, Gebäude für Bibliotheken, Wasserspeicher und Mausoleen, die noch heute von Pilgern besucht werden.
Die Ruinen von Merv bedecken eine Fläche von mehr als 8 qkm und bestehen aus mehreren, im Laufe der Jahrhunderte nebeneinander erbauten Städten, jede eine Art Zeitkapsel aus einer bestimmten historischen Epoche. Sie zu erforschen und zu erhalten, daran arbeitet ein internationales Team von Wissenschaftlern zusammen mit einheimischen Fachkräften.
Daten & Fakten
Kulturdenkmal: Merv, Ruinen der alten Oasenstadt in Turkmenistan
UNESCO-Ernennung: 02.12.1999
3. Jh.v.Chr.
Auf turkmenischem Territorium entsteht das Reich der Parther
7. Jh.
Araber erobern das Gebiet und machen Merv zu einem ihrer Hauptorte
11. Jh.
Gründung des seldschukischen Reiches mit Zentrum in Merv
13. Jh.
Dschingis Khan erobert Zentralasien und zerstört u.a. Merv
14. Jh.
Einfluss der Timuriden im turkmenischen Gebiet
17.-19. Jh.
Wechselnde Einflüsse durch die Nachbarstaaten
1883
Merv unter russischer Herrschaft
1925
Teil der Sowjetrepublik Turkmenistan
1991
Unabhängigkeit Turkmenistans
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Letzte Änderung am: 22.09.2011, 09.50 Uhr